Pferde Rhein-Main und Pferde in Bayern

Der Kalte Markt Ellwangen

Ein Hoch auf die Vierbeiner

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Kalte Markt

15.12.2017     Leserberichte    Der Kalte Markt

 

Die Silvesterböller sind kaum verhallt, die Sternsinger sind gerade zur Stadt hinausgezogen, da klappern im winterlichen Ellwangen die Pferdehufe. Ein Geräusch, das man in der Woche nach Dreikönig unter keinen Umständen missen möchte, verkündet es doch unwiderruflich, dass er da ist, der Kalte Markt. Was im frühen Mittelalter als Pferdemarkt begonnen hat, hat sich mittlerweile zu einem Markt mit überregionaler Größe entwickelt. Bauern, Viehzüchter und Pferdebesitzer haben sich das genaue Datum in ihrem Kalender längst dick angestrichen. Für sie ist es ein Pflichttermin, freilich ein angenehmer und ein langer herbeigesehnter. Für die Ellwanger ist der Kalte Markt so etwas wie die fünfte Jahreszeit. Das älteste und traditionellste Ellwanger Fest, das in 2018 vom 6. bis zum 10. Januar geht, ist reich an Eigen- und Besonderheiten: Den Auftakt macht der Grüne Ball der Landjugend, der in diesem Jahr am Samstag, 6. Januar in der Stadthalle gefeiert wird. Ihm folgt am Sonntag, 7. Januar in der romanischen Basilika St. Vitus die feierliche Reitermesse zu Ehren der Pferdeheiligen Eleusippus, Meleusippus und Speusippus, deren Reliquien bereits im 8. Jahrhundert nach Ellwangen gebracht worden sind.

Haupttag ist aber der Montag, an dem der Oberbürgermeister die Honorationen aus Politik und Wirtschaft zum Frühschoppen mit dem traditionellen Kuttelessen einlädt. Da rücken alle zusammen und die Stimmung ist prächtig, besonders wenn das Stadtoberhaupt drei Pferdewitze zum Besten geben muss.

Die sauren Kutteln gehören zum Kalten Markt wie die Pferde. Wer sie nicht schätzt, tut sich schwer, sehr schwer. Weil aber Gruppenzwang und Traditionsbewusstsein keine andere Wahl erlauben, lassen sich die Besucher nicht lumpen und verzehren - wenigstens dieses eine Mal im Jahr - Kutteln. Dem Kuttelessen folgt ein weiterer Höhepunkt. Um 14 Uhr beginnt der eindrucksvolle Umzug der Pferde und Gespanne durch die Stadt, an dem über 300 Pferde teilnehmen. Er endet auf dem Marktplatz, wo den stolzen Pferdebesitzern ihre Auszeichnungen für die am Morgen prämierten Pferde und Gespanne überreicht wird. Wer dann richtig in die Stimmung des Kalten Marktes eintauchen möchte, dem sei am Montagabend ein Besuch in einer der zahlreichen Ellwanger Gaststätten empfohlen. Dort wird der Kalte Markt bis in die Morgenstunden hinein gefeiert, der Schlager "Hurra, hurra der Kalte Markt ist da!" wird mal mehr, mal weniger melodiös geschmettert.

Der Kalte Markt ist zwar schon seit den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kein Markt mehr, bei dem Pferde verkauft werden, doch hat er seine Bedeutung für die Landwirtschaft nicht verloren. Dafür sorgen die Ausstellung „Haus, Garten, Landwirtschaft“ und die „Ellwanger Technikmesse“, die auf dem nahen Schießwasen vom jeweiligen Sonntag bis Mittwoch aufgebaut sind und die in den vergangenen Jahren auch für das Gewerbe an Bedeutung gewonnen haben. Hier ist auch das „Magische Dreieck“ präsent, ein loser Verbund der Städte Crailsheim, Dinkelsbühl in Ellwangen, die seit Jahren eine landes- und landkreisübergreifende Zusammenarbeit pflegen. Sein Ende findet der Markt am Mittwoch mit seiner traditionellen Bauernkundgebung. Zu ihr lädt der Kreisbauernverband Ostalb ein. Am 10. Januar referiert Frau Friedlinde Gurr-Hirsch, MdL, Staatssekretärin im Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg, zum Thema „Keine Zukunft ohne Landwirtschaft!“. Derweilen ist die historische Altstadt bereits wieder Treffpunkt für jung und alt. Dort lädt der große Krämermarkt mit mehr als 300 Händlern zum Schauen und Kaufen ein, so dass kein Besucher den Heimweg vom Kalten Markt ohne „Souvenir“ antreten muss.

Mehr Infos zum Kalten Markt in Ellwangen finden Sie unter www.ellwangen.de

 

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