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    Freiberger

    Alter: 9.5.2012 Farbe: Stckm.: 1,64


    Name: Nitch du Peupé

    Kurzbeschreibung des Pferdes: Liebes, großes Pferd. Schöne, raumgreifende Gänge. Noble Coeur/Crépuscule


    Preis: auf Anfrage


    info@cheval-jura.ch 

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    Friese

    Alter: 10 /18 Farbe: schwarz Stckm.: 1,64 /1,69


    Kurzbeschreibung des Pferdes: Gefahren und geritten.Absolute Verlasspferde. Gehen im Umzug genauso gut wie im Turnier.


    Preis: VB


    Tel. 09726/905666

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    Trakehner

    Alter: 3 Jahre Farbe: schwarzbraun Stckm.: 1,65


    Name: Shogun

    Kurzbeschreibung des Pferdes: Vater: Camaro,Mutter: St. Pr. u. Pr. St. Shahira von Anduc. Shogun ist ein ungemein charmanter – noch voll in der Entwicklung stehend – aber sehr bewegungsstarker 3- jähriger Wallach mit viel Takt, Schwung und Raumgriff. Shogun wurde professionell angeritten und besitzt ein erstklassiges Interieur!


    Preis: VHB


    Tel. 0162/9169409

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    Freiberger

    Alter: 30.4.2012 Farbe: Stckm.: 1,55


    Name: Galopin de la Bürgis

    Kurzbeschreibung des Pferdes: Wallach mit raumgreifende Gänge, williger und ehrlicher Charakter. Hat an Fahrturnier teilgenohmmen. Würde sich für das Reiten und das Freizeit Fahren eignen. Feldtest Noten: Fahren 7.55, Reiten 8.20. Don Fenaco/Cajoleur


    Preis: auf Anfrage


    info@cheval-jura.ch 

Aktuelles

Aktuelles

AUF 148 BEINEN INS NEUE JAHR

Beim traditionellen gemeinsamen Ausritt zum Jahresbeginn begrüßten diesmal 37 Reiterinnen des Reitund Fahrverein Kürnachtal das neue Jahr. Die Karawane zog ihre Runde gemütlich von Lengfeld nach Estenfeld und wieder zurück, der anschließende Neujahrssprung stellte erfreulicherweise keine größere Hürde dar.

 

Im Anschluss konnten die kalten Hände bei Glühwein und Kuchen wieder aufgewärmt werden.

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Aktuelles

TRADITIONELLER START INS NEUE JAHR ANFÄNGERKURS BEI REITSCHULE GOLD

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Gössenheim. Die Reitschule Gold in Gössenheim startete traditionell mit einem Anfänger-Reitkurs für Kinder und Jugendliche in das neue Jahr.

 

Dieser Kurs ist für Reitanfänger geeignet, die entweder über keinerlei Reiterfahrung verfügen, die bereits an der Longe oder aber seit kurzer Zeit frei reiten. 20 Kinder und Jugendliche trafen sich am 4. und 5. Januar 2016 um erste Erfahrungen im Umgang und in der Pflege eines Pferdes zu erlernen bzw. ihre Kenntnisse zu vertiefen. Eingeteilt in festen Kleingruppen zu je 5 Kindern konnten die Reitanfänger an verschiedenen Stationen z.B. an der Longe oder frei reiten und ohne Sattel reiten. Beim Reiten ohne Sattel fiel den jungen Teilnehmern sofort auf, dass man die Bewegungen des Pferdes viel besser spüren kann. An anderen Stationen fanden Reiterspiele ohne Pferd statt und man konnte das Putzen, Trensen und Satteln eines Pferdes lernen und üben.

 

Während der Kursdauer wurden die Kinder und Jugendlichen fachlich sehr gut von Simone Gold und ihren insgesamt 11 Helfern betreut. Zum Abschluss des Kurses nahmen alleTeilnehmer sowie die Helfer an einem Reiterspiel teil. Aufgeteilt in zwei Gruppen wurde ein Parcour geritten, der Rückweg erfolgte dann durch Sackhüpfen. Die Reitanfänger lernten an diesen beiden Tage vieles rund um das Pferd und hatten großen Spaß dabei. Dieser Kurs findet jedes Jahr in den Weihnachtsferien statt. Interessierte können sich jederzeit gerne bei der Reitschule Gold informieren.

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Aktuelles

JUNGE PFERDE – JUNGER HUF

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Warum Zeit für die Entwicklung auch hier so wichtig ist Gestern bin ich beim Einkauf wirklich ins Staunen geraten. Eine Frau stand neben mir, barfuss, trotz Regenwetter und nicht gerade sommerlichen Temperaturen. Da sie mir bekannt ist, fragte ich sie, ob es ihr gerade zu heiß sei. Sie lachte und erklärte mir, dass sie nie Schuhe anziehe, schon als Kind Schuhe schrecklich fand und nur in äußersten Notfällen, also im harten Winter, ihren Füßen zeitweise Schutz durch leichtes Schuhwerk gönne. Durch Gewöhnung von Kindheit an hätten sich die Füße an ihre natürlichen Anforderungen gewöhnt. Nur die Pflege und Reinigung ist natürlich wichtiger und nötiger als beim Tragen von Schuhen.

 

Ich dachte gleich an die Pferde (wie kann es anders sein?). So ist das also: Wenn mit Schutz, dann immer. Der Körper stellt sich auf so vieles ein, was der Natur nahe kommt. Unglaublich, zu was er alles in der Lage ist. Fast alle Fohlen werden mit gesunden Hufen geboren. Ein Fohlenhuf in der Natur läuft sich ab und formt sich auf den verschiedensten Böden. In unserer Haltung ist dies nicht mehr gewährleistet, also ist es notwendig ihn zu erhalten und seine positive Entwicklung zu fördern. Und ihm Zeit zu lassen.

 

Die Strukturen des Hufes wachsen, bis das Pferd ausgewachsen ist. Das stärkste Wachstum findet in den ersten beiden Lebensjahren statt. Die faserigen Knorpel im Strahlpolsterbreich entwickelt sich erst etwa im Alter von fünf Jahren. Für diese Stabilisierung benötigt das junge Pferd eine artgerechte Haltung und – möglichst keinen Hufschutz. Dazu gehört natürlich eine korrekte und regelmäßige Hufpflege und viel Bewegung dazu, damit der Huf und seine dazugehörigen Gliedmaßen für die zukünftigen Belastungen formen kann. Die Bewegung auf verschiedenen Untergründen, auch auf harten Boden, verbessern die Struktur des Horns und damit seine Belastbarkeit. Ganz abgesehen davon, dass die natürlich Elastizität, die Hufpumpe am besten ohne Eisen funktioniert. Den Mut, ohne Schutz die Pferde laufen zu lassen, bringen wirklich wenige Besitzer auf. Sobald das Pferd geritten wird, müssen die Eisen drauf. Damit ist quasi das Erwachsen werden schon eingeläutet und der Ernst des Lebens des Jungtieres beginnt.

 

Wie der Schultaschenkauf für unsere Kinder, ist dies ein besonderer Moment. Dabei ist es bei den Pferden wirklich einfach und wichtig, diese zur Gewohnheit gewordene Maßnahme, erst einmal gut zu überdenken. Warum? Wird ein dreijähriges Pferd beschlagen, dass sich voll im Wachstum befindet, kann es zu einem Abbruch der Hufentwicklung kommen. Dadurch kann der Pferdehuf in seiner Entwicklung gebremst werden: Die Folge ist ein zu kleiner Huf, später dann ein Zwanghuf, mit Folgen einer überbelasteten Hufrolle, wenn der Huf zu klein gehalten wird. Verschiedene Lahmheitsprobleme, auch Arthrosen und Hufknorpelverknöcherungen können die Folge eines zu engen Hufes sein. Ziel sollte sein, die natürliche Hufpumpe, das zweite Herz des Pferdes, so lange wie möglich gesund zu erhalten. Vielleicht möchten Sie überdenken, ob bei ihrem jungen Pferd Eisen überhaupt notwendig sind. Läuft es nicht gerade auf den Reithallen- oder Reitplätzen ohne Probleme? Im Gelände sollte der Galopp auf steinigen Böden sowieso vermieden werden, das tut den Knochen und Gelenken auch mit Beschlag nicht gut.

 

Junge Pferde möglichst lange barhuf zu lassen, sicherlich verbunden mit regelmäßiger Hufpflege, ermöglicht dem Huf eine gute, natürliche Qualität zu bilden. Vielleicht können beschlagsfreie Zeiten, gerade in den Herbst- oder Wintermonaten, dem Pferd eine Erholungs- und Entwicklungsphase bringen. Probieren sie es aus! Es ist ein Weg zurück zur natürlichen Haltung des Pferdes und wird sich immer lohnen. Möchten Sie mehr wissen? Im nächsten Heft beginnt unser Hufkurs für Pferdefreunde!

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Aktuelles

VOM 20.–21. FEBRUAR SAISONSTART IM HIGH CLASS HORSE CENTER

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Das Turnierjahr 2016 wird im Weikersdorfer High Class Horse Center mit dem CDN-A* CDN-B von 20.-21. Februar eröffnet. Das Programm wartet mit seinen 21 ausgeschriebenen Prüfungen und Bewerben von der Klasse A bis Grand Prix auf. Es ist also für jeden etwas dabei. Zwei Wochen vor der Sichtung im Magna Racino bietet das Dressurturnier im HCHC die perfekte Gelegenheit, nochmals die Form abzuprüfen und für die Sichtungsbewerbe zu trainieren.

 

Auf der Anlage der Familie Preimesberger wird von 20.-21. Februar die HCHC-Saison 2016 eröffnet. Nicht weniger als zehn Veranstaltungen sind am Weikersdorfer Turnierkalender gelistet und da dürfen die hochkarätigen Dressurevents nicht fehlen. Im Rahmen des CDN-A* CDN-B kommen die Reiterinnen und Reiter, die nach der Winterpause schon in den Startlöchern scharren, voll ihre Kosten, denn die Ausschreibung lässt mit ihrem breitgefächerten Prüfungsreigen keinerlei Wünsche mehr offen: Egal ob jung oder alt, Turniereinsteiger oder Profi – von der A-Dressur bis zum Grand Prix wird jede Leistungsklasse abgedeckt.

 

Gepunktet wird im High Class Horse Center mit Gemütlichkeit, gastfreundlichem Flair und toller Atmosphäre. Außerdem eilt die Riders Lounge ihrem Ruf voraus und hat – wie wir es gewohnt sind – ein köstliches Menü zusammengestellt. Zudem darf natürlich die bewährte Riders Party nicht fehlen, die am Samstag (20. Februar ab 20:00 Uhr) mit Disco angesetzt ist.

 

Weikersdorf hat wie üblich ein Kontingent an Fixboxen parat und es wird wieder die allseits beliebten Sachpreise sponsored by Reitsport Jolly Jumper geben.

 

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Aktuelles

TUNDRA, WALD UND STEPPE DIE REISE DER PFERDE

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Es ist inzwischen (fast) allen Pferdehaltern bekannt, dass unsere Pferde aufgrund ihres Lebens als Herde- und Fluchttiere unbedingt genügend Licht, Luft und Bewegung für ihre Gesundheit benötigen.

 

Wie sieht es aber mit der natürlichen Ernährung aus?

 

Haben Sie sich nicht auch schon gefragt, wie denn Pferde im eisigen Island oder in der Wüste ohne Gras, Heu und Getreide überleben konnten, große Leistungen vollbrachten und dazu noch wesentlich weniger erkrankten, als die Tiere von heute?

 

Wir freuen uns, dass wir den Biologen Klaus-Rainer Töllner für die PIU gewinnen durften und sind gespannt auf seine Berichte und Beobachtungen. Lassen Sie sich üb erraschen!

  

Pferde sind Grasfresser- so sagt man uns.

Stimmt das wirklich?

Wenn es stimmt, ist ja alles in Ordnung. Grün ist die Landschaft, wohin man schaut. Die Wiesen sind grün. Auf den Wiesen wächst grünes Gras, viel sattes, grünes Gras. Schon im Mai kann man zum ersten Mal mähen, nicht erst Ende Juni, wie früher. Man kann mehrere Ernten einfahren, in manchen Gegenden bis zu fünf. Reiche Ernten. Einige lassen das Gras noch richtig trocknen, machen Heu daraus; aber immer häufiger wird anstatt Heu Silage oder Heulage hergestellt, das macht viel weniger Arbeit, und man bekommt so mehr Mäuler satt, auch Pferdemäuler.

 

Ist das nicht ein Paradies für unsere Grasfresser, die Pferde?

 

Wissen Sie, was eine Wiese ist?

„Selbstverständlich weiß ich das“, werden Sie vielleicht antworten, „was für eine Frage. Wiesen sehe ich ja jeden Tag“. Mein Pferd steht auf einer Wiese.

 

Sind Sie da wirklich ganz sicher, dass Wiesen so aussehen sollten?

 

Im Frühling, Ende Mai, anfangs Juni bringen Reh- und Hirschmütter ihre Kitze zur Welt. Weiß betupft ist ihr Fell. Das ist keine Laune der Natur. Das hat einen Sinn. Abgelegt auf einer bunten Wiese mit vielen bunt blühenden Blumen, ist das Kitz für die Augen von Feinden unsichtbar. Man kann daran vorüberlaufen, ganz nahe, fast drüber stolpern, und man bemerkt es nicht; auch Bär, Wolf, Luchs und Fuchs nicht.

 

Wenn heute eine Rehmutter ihr Kitz auf einer Wiese ablegt, dann ist dieses Kitz ein auffälliger Fleck in einer grünen Umgebung, und jeder kann es schon von weitem sehen. Ahnen Sie jetzt, was eine Wiese ist oder sein sollte und was nicht?

 

Wenn Pferde aber angeblich nur Gras brauchen, weil sie ja Grasfresser sind, kann die grüne Wiese von heute ja kein Problem für sie sein.

Aber da schauen wir nun mal etwas genauer hin.

 

Pferde – eine Erfolgsgeschichte über 50 Millionen Jahre

Man kann auch sagen: Wer überlebt, hat recht.

Alle Tier- und Pflanzenarten, die heute auf unserem Erdball leben, sind Erfolgsmodelle der Natur. Ihre Vorfahren bilden eine lange Kette von Siegern, denn jeder Vorfahr eines heute lebenden Individuums hat lange genug überlebt, um sich erfolgreich fortzupflanzen, so dass diese Kette nie unterbrochen wurde.

 

Unsere Hauspferde haben eine mehr als 50 Millionen Jahre lange Erfolgsgeschichte hinter sich. Es begann mit den Minipferdchen aus dem Tertiär,  die noch vier Zehen vorne und drei hinten hatten, wie wir sie aus der Grube Messel bei Darmstadt kennen, und führte zum Einhufer der Gegenwart: Equus caballus, wozu auch unsere Hauspferde zählen. Die Urpferdchen waren Blatt-, Knospen- und Früchtefresser, wie man aus dem mit versteinerten Mageninhalt feststellen konnte.

 

Im Tertiär sah die Landkarte noch ganz anders aus. Das heutige Nordamerika schloss sich westlich an Europa an. Zwischen Eurasien und Nordamerika gab es eine breite Landbrücke. Zusammen bildeten sie den Riesenkontinent Laurasia. Dann brach der auseinander, und Amerika driftete nach Westen. Das tut es heute immer noch und mit einer Geschwindigkeit, wie Fingernägel wachsen. Die Pferde nahm Amerika mit. Dort breiteten sie sich aus, es entstanden mehrere Gattungen und viele Arten. Die meisten ernährten sich von Blättern, Knospen und Rinden. In Eurasien waren starben derweil aus.

 

Alle unsere Pferde sind Einwanderer aus Amerika

Vor zweieinhalb Millionen Jahren war Amerika soweit nach Westen gewandert, dass es mit Asien kollidierte. Es bildete sich eine Landbrücke, die wir heute als Inselkette der Beringstraße kennen. Sie lag damals trocken, denn es war Eiszeit, Pleistozän. Das Eis hat den Meeresspiegel stark absinken lassen. Die Verbindung nach Westen, nach Eurasien war offen. Pferde verschiedener Gattungen wanderten nach Westen und besiedelten Eurasien. Aber nur eine einzige Gattung, Equus caballus, die vor ca. 800 Tausend Jahren diesen Weg antrat, hat überlebt. Alle Esel, Halbesel, Zebras, vielleicht auch die Przewalskipferde, und alle unsere Hauspferde stammen davon ab.

 

Um den Nordpol herum und weit ins Land hinein erstreckte sich damals ein kilometerdicker Eispanzer, der ins Land hinein wuchs und sich in Zwischeneiszeiten, den Warmzeiten, auch wieder zurückzog. Dann breiteten sich Laubwälder aus. Viele Male ist das geschehen, vorwärts und zurück. Das wissen wir genau. Allein in den vergangenen 450.000 Jahren hat es vier große Eiszeiten und Warmzeiten und mehrere kleine gegeben. Das war in Europa die Zeit der Pferde.

 

Entlang der Eisgrenze wanderten die Pferde von Ost nach West. Sie durchquerten auf ihrem langen Weg Tundren und Wälder, bis sie irgendwann die westlichen Küsten Europas erreicht hatten. Nicht Steppen waren ihre Heimat, sondern Tundren und Wälder.

 

Mit dem, was sie dort Fressbares vorfanden, mussten sie zurechtkommen. Bei diesen Nordpferden müssen wir von Wald- und Tundrenpferden sprechen, aber sicher nicht von Steppentieren.

 

Andere Pferdegruppen sind, von Amerika kommend, weiter südlich durch Steppen und Savannen gezogen sein, bis nach Arabien und Afrika. Bei denen ist die Bezeichnung Steppentiere sicher berechtigt. Ganz sicher bei den Zebras.

 

Das Futter der Nordpferde

Einseitig war es gewiss nicht. Von der Tundren- und Kaltsteppenvegetation können wir uns ein Bild machen, wenn wir nach Island, Nordkanada oder Sibirien schauen. Hier wachsen Zwergbirken und -Weiden, verschiedene Koniferen, Gräser und Kräuter, die auch in unseren Mittelgebirgen und in den Alpen vorkommen, zahlreiche Doldengewächse, Habichtskräuter, viele verschiedene Stauden, die mit ihren Speicherwurzeln die langen Winter überdauern.

 

Die Urwälder in den Warmzeiten waren nie vollkommen dicht. Immer gab es freie Flächen, sei es durch Windbruch oder kahlgefressen von großen Pflanzenfressern, wie Wisent, Ur, Riesenhirsch und eben auch Pferden. Sie hielten den aufkommenden Wald kurz zum Vorteil von Gräsern und Kräutern. So schufen sich die Weidetiere einen Teil ihres Lebensraums selbst. Ihr Nahrungsspektrum ist außerordentlich breit, es reicht von den Blättern oben bis zu Knollen und Wurzeln unter der Erde.

 

Wir müssen auch annehmen, dass die Pferde Jahr für Jahr lange Wanderungen antraten, den Jahreszeiten folgend, so wie es Rentiere und Karibus noch heute tun.

 

Unsere Pferde sind keine Steppentiere!

An diese Bedingungen der Eiszeiten haben sich die westeuropäischen Pferde also über viele hunderttausend Jahre angepasst. Sie fraßen Gräser, Flechten und Zwergsträucher, die Spitzen von Nadelbäumen und in den kurzen Sommermonaten die reich blühenden Blütenpflanzen, wie man sie auch heute im Norden sehen kann. Wo es Laubbäume gab und ganz sicher in den wärmeren Waldzeiten kamen dann die Knospen, Rinden und Blätter vieler Laubbäume als wichtige Nährstofflieferanten dazu.

 

Gerne fraßen sie Hagebutte und Brombeere und Waldbodendecker und gruben auch Wurzeln und Knollen aus. All das fressen die Pferde auch heute noch, wenn man sie lässt, genauso wie es die Hirsche tun.

 

Im Wald fanden sie Schutz vor Sonne, Sturm und Regen. So nutzen sie den Wald immer noch, wenn ihnen ein Waldstück zur Verfügung steht. Und solche Pferde haben auch keine Probleme mit dem Abrieb von 4 mm ihrer Zähne pro Jahr.

 

Steppen oder Savannen, im Sinne von ausgedehnten Graslandschaften, wie sie weiter südlich vorkommen, hat es im Norden und Westen Europas nie gegeben. Wohl aber immer Pferde. Das wissen wir sicher wegen der Knochenfunde. Und, ein viel schönerer Beweis, wegen der Höhlenmalereien, die 25 bis 30.000 Jahre alt oder noch älter sind, also mitten in der letzten Eiszeit entstanden.

 

Unsere Pferde sind Mischpferde

Wollten wir nun die Herkunft unserer vielen Pferderassen auf Wald- und Tundrenpferde zurückführen, lägen wir vollkommen falsch. Seit der Römerzeit sind Pferde aus dem Süden, vor allem solche aus Persien, Arabien und Nordafrika nach Nordeuropa gelangt, die sich mit den einheimischen, damals noch sehr kleinen nordischen Pferdchen vermischt haben oder auch gezielt verpaart wurden. Und das ist immer wieder geschehen. Ganz berühmt dafür ist die Rasse der Englischen Vollblüter.

Auch heute wird noch gerne und oft, zur Veredlung alter Rassen, Arabisches Vollblut eingekreuzt.

 

Als man die Dülmener Wildpferde auf ihre Abkunft von europäischen Wildpferden hin untersuchte, musste man mit Erstaunen feststellen, dass auch sie Mischungen aus Nord- und Südpferden sind.

 

Wie müsste das natürliche Futter unserer Pferde aussehen?

So, wie die Herkunft, sollte auch das Futter aussehen. Gemischt, von allem etwas: Tundra, Wald und Steppe.

Fangen wir oben an:  Äste, also Rinden, Blätter, Knospen, und Blüten der Bäume, Sträucher und Zwergsträucher, auch mit ihrem Holzanteil. Dann Gräser in ihrer ganzen Vielfalt sowie auch Kräuter, Früchte, Samen, Knollen und Wurzeln. Das ist das gesamte Nahrungsspektrum.

Jeder muss daraus für die Ernährung und die Gesundheit seiner Pferde die nötigen Schlüsse ziehen.

 

Wie war das noch mit dem Gras?

Was ich Ihnen hier beschrieben habe, ist nicht neu, man will davon aber nichts mehr wissen. Man erzählt uns heute ständig, unsere Pferde seien Steppentiere und als solche seien sie Grasfresser. Diese Argumentation ist griffig, einfach und passt vor allem denen in den Kram, die heute nichts anderes als Gras anzubieten haben.

Darüber sollen Sie in der nächsten Ausgabe noch mehr erfahren.

 

Fazit: Machen Sie es besser, machen Sie es richtig!

 

Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie mich an 02309 78 20 75 oder schreiben Sie mir eine Mail beratung@pernaturam.eu

 

Ich wünsche Ihnen gesunde und vitale Pferde.

 

Ihr

Klaus-Rainer Töllner - Biologe

 

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Aktuelles

LEHRREICHE TRAININGSEINHEITEN SPRINGLEHRGANG MIT MARKUS KÖLZ

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Marbach, 19.01.2016 (HuL Marbach). An drei Tagen im Januar hatten 27 Teilnehmer in der Reithalle der Landesreitschule Marbach die Gelegenheit unter den Augen von Markus Kölz ihren Trainingsstand zu überprüfen und sich Tipps und Tricks vom amtierenden Hallen-Champion der Springreiter aus Baden-Württemberg, zu holen.  Im zweiten Jahr in Folge organisierten Mitarbeiter des Gestüts, HSM Rolf Eberhardt, HSM Uli König, Dr. Claudia Gille mit Unterstützung des Förderverein Marbach mit Dr. Thomas Raue einen Springlehrgang für Gestütsmitarbeiter, Auszubildende und einige externe Gäste aus der Region.

 

Der erste Tag begann mit gymnastizierenden Übungen, Wendungen, Kombinationen und Distanzen mit dem Ziel, den Rhythmus zu festigen und das Auge von Pferd und Reiter zu schulen. An den darauffolgenden zwei Tagen wurden je nach Ausbildungsstand und Vermögen der Pferde die Anforderungen erhöht. Markus Kölz, der mit klaren, deutlichen Worten durch den Unterricht führte, ging individuell auf alle Pferd/Reiter Paare ein.

 

Zufriedene Gesichter: Gestütsmitarbeiter und Auszubildende, Lehrgansgleiter Markus Kölz und die Organisatoren Rolf Eberhardt und Uli König (Foto: Gille).

 

Die Marbacher Landbeschäler BE CAREFUL v. Baltic VDL und der frisch gekörte CHURCHILL v. CASSITO wurden von der Biberacher Deckstellenleiterin

 

Melanie Lott geritten. Beide Hengste zeigten sich an allen Tagen hochkonzentriert und motiviert, so dass Melanie Lott mit einem guten Gefühl auf die anstehende Turniersaison blickt. BE CAREFUL, bereits Springpferdeprüfungen in Klasse A siegreich, und CHURCHILL, Reitpferdeprüfungen platziert, sind in der kommenden Saison auf der Servicestation Biberach im Einsatz.

 

Alle Lehrgangsteilnehmer waren hoch zufrieden und haben deutliche Fortschritte gespürt. 

 

Alle Mitarbeiter und Auszubildende freuen sich weitere Lehrgänge mit Markus Kölz und danken dem Förderverein Marbach für die freundliche, finanzielle Unterstützung des Lehrgangs.

 

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Rund um den Stall

Stall oder Weide

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Es gibt verschiede Formen der Pferdehaltung. In der Praxis findet man oft eine Verbindung mehrerer Formen. Grundsätzlich ist für richtige Pferdehaltung wichtig, dass immer für ausreichendes und hochwertiges Futter, für ausreichend Bewegungsmöglichkeiten und für soziale Kontakte mit Artgenossen für das Pferd oder Pony gesorgt sein muss.

 

Boxenhaltung

Die meisten Reitställe und Pferdehalter halten ihre Tiere in Boxen. Die Größe der Boxen sollte der Größe der Pferde angepasst sein. Das heißt für große Pferde über 1,60 m Stockmaß ist eine Fläche von 3 x 4 m angemessen, für kleine Ponys reichen auch 2 x 3 m. Die Box sollte hell, sauber und trocken sein. Soziale Kontakte sollten für das Pferd möglich sein, indem es die anderen Pferde nicht nur sehen, sondern mit ihnen auch körperlichen Kontakt aufnehmen kann. Rundherum vergitterte Boxen wie in vielen Reitställen üblich, sind deshalb keine optimale Haltung. Die Haltung in Boxen ermöglicht dem Pferd nicht, sich ausreichend zu bewegen. Es muß deshalb täglich mindestens eine Stunde geritten oder anders gearbeitet werden.

 

Robusthaltung

Die Haltungsform, bei der die Pferde das ganze Jahr über draußen auf der Koppel sind nennt man Robusthaltung. Es ist selbstverständlich, dass die Pferde die Möglichkeit haben, jederzeit bei Bedarf einen trockenen, sauberen und windgeschützten Stall aufsuchen zu können. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass auch die rangniederen Tiere Zutritt zum Stall bekommen, der leicht von den ranghöheren "besetzt" und versperrt wird. Es gibt noch andere Schwierigkeiten, die in der Robusthaltung zu bewältigen sind. Zum Beispiel die Frage der Fütterung. Wenn man Rauhfutter gibt wie Heu oder Silage hat man oft das Problem, dass es vom Wind weggeweht wird, dass die Pferde es in den Schmutz treten oder dass sie sich darum streiten. Fütterung von Kraftfutter, wobei jedes Pferd eine bestimmte Futterzusammenstellung und Menge benötigt, ist schwierig.

 

Pferde sind ziemlich futterneidisch und die ranghohen Tiere nehmen sich das Vorrecht, die Unterlegenen zu vertreiben und sich auch deren Portionen einzuverleiben. Abhilfe schaffen hier nur aufwendige fest gebaute Raufen oder besondere Futterstände. Die Lagerung von Futtervorräten und die Anlage von Mistplätzen wirft weitere Probleme in der Robusthaltung auf. Richtig betriebene Robusthaltung ist daher im Gegensatz zu manchen Meinungen die für den Halter aufwendigste Haltungsform. Die Versorgung der Pferde, das Sauberhalten der Ställe und Ausläufe, das Lagern und Herbeischaffen von Futter, das häufige Reparieren und Ausbessern der Anlagen erfordert einen großen Einsatz.

 

Grundsätzlich ist jede Pferderasse für Robusthaltung geeignet, wenn man dem einzelnen Tier genug Zeit zur Umstellung lässt, die im Sommer erfolgen sollte. Und es muss dafür gesorgt sein, dass es Zutritt zum Stall und immer ausreichend gutes Futter hat. Man sollte auf keinen Fall glauben, dass es sogenannte "Robustrassen" gebe wie Islandponys, Shetland-Ponys, Dänische Ponys oder Norweger, die ohne Stall einfach auf der Weide überwintern können. Das stimmt nicht, auch sie benötigen einen trockenen, sauberen und windgeschützten Stall, den sie jederzeit aufsuchen können. Den einzigen "Vorteil", den solche Robustrassen bieten ist, dass sie normalerweise deutlich weniger Futter benötigen als beispielsweise ein robust gehaltener Trakehner, Araber oder Quarter Horse.

 

Kombinierte Auslaufhaltung

Bei dieser Haltungsform sind die Pferde nachts in einem Stall und tagsüber in Ausläufen, idealerweise mit Artgenossen zusammen. Diese Haltungsform bietet den Vorteil, dass die Pferde mehr Gelegenheit haben, sich zu bewegen und an der Luft zu sein, sowie soziale Kontakte zu pflegen. Da sie ihre Umgebung beobachten können stumpfen sie nicht ab oder langweilen sich, was bei reiner Boxenhaltung oft der Fall ist. Die Ausläufe oder Paddocks müssen selbstverständlich ausreichend groß sein, stabil eingezäunt sein und einen geeigneten, gepflegten Boden besitzen. Sie müssen mindestens einmal täglich gesäubert und eingeebnet werden. Die Auslaufhaltung ist demzufolge auch recht aufwendig, aber mit Sicherheit eine empfehlenswerte Haltungsform die auch von vielen Reiterhöfen und Zuchtställen praktiziert wird.

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Notfall des Monats

Pferde in Bayern und Pferde Rhein-Main in Kooperation mit TIERVISION und der Sendung „Pfotenhilfe“ suchen wir ein gemeinsames Zuhause für Gismo

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Gismo ist ein absoluter Notfall. Der 13-jährige Boxer- Mischling wurde im Tierheim Wetzlar abgegeben und ist in der Sendung "Pfotenhilfe-die Tiervermittlung" zu Gast. In der Sendung, welche ab dem 5.2.2016 exklusiv auf www.tiervision.de zu sehen ist, nimmt er auf dem Sofa neben Claudia Ludwig Platz. Er gibt alles um seine neue Familie zu beeindrucken. Er wünscht sich so sehnlich ein neues Zuhause - obwohl er es in seinem alten Zuhause nicht wirklich gut hatte.

 

Gismos Frauchen war drogenabhängig und konnte sich nicht richtig um ihn kümmern. Trotz seines Alters ist er noch ein richtiges Engergiebündel und manchmal ein wenig ungestüm.

 

Wer kann Gismo helfen? Er leidet sehr im Tierheim, denn eingesperrt zusein ist für ihn die schlimmste Erfahrung. Mit Hündinnen ist Gismo absolut verträglich - bei Rüden entscheidet seine Sympathie. Weitere Informationen und seine komplette Vorstellung auf www.tiervision.de sowie beim Tierheim Wetzlar.

 

Unsere Bitte an alle Tierfreunde: helfen Sie Gismo und erzählen sein Schicksal weiter. Gemeinsam können wir Gismo in ein neues unbeschwertes Leben helfen.

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Rund um den Stall

Unterschiede Offenstall und Weidehütte

Gerade bei Genehmigungsfragen für einen Offenstall wird oft der Begriff Weidehütte ins Spiel gebracht. Dabei wird oftmals von fahrbarenWeidehütten ausgegangen, die als so genannte fliegende Bauten gelten. Vorteil dieser fliegenden Bauten ist, dass sie in vielen Fällen genehmigungsfrei sind, eine Baugenehmigung für sie demnach nicht notwenig ist. Aber Vorsicht: genehmigungsfrei bedeutet nicht frei von allen Vorschriften! Eine fahrbare Weidehütte darf man nicht überall aufstellen und vor allem nicht dauerhaft.

 

Vorschriften zur Standsicherheit können selbstverständlich auch nicht umgangen werden. Der Unterschied zwischen einem Offenstall und einer Weidehütte wird dabei oft darin gesehen, dass ein Offenstall über ein Fundament fest mit dem Erdboden verbunden ist, während eine Weidehütet nur temporär aufgestellt wird und maximal über ein paar Erdnägel mit dem Erdboden verbunden ist. Die fahrbaren Weidehütte ist auch nicht so mobil wie es auf den ersten Blick klingt. Sie wird meist über zwei Räder, die im Normalzustand demontiert sind, “rollbar” gemacht und kann auch von einem normalen PKW als Zugfahrzeug über kurze Strecken bewegt werden.

 

Für eine Fahrt über längere Strecken über mehrere Kilometer ist eine fahrbare Weidehütet nicht gedacht. Teilweise bestehen Weidehütten auch aus leicht zusammensetzbaren Konstruktionen aus Zahlrohren oder Stahlgittern, die – ergänzt – durch ein Dach aus LKW-Planen einen Wetterschutz auf der Weide bieten. Auch diese Bauten gelten vielfach als temporäre, fliegende Bauten und sind in vielen Fällen genehmigungsfrei, da sie für einen zeitlich begrenzten Einsatz, meist nur für die Weidesaison, gedacht sind. Ein Offenstall ist im Gegensatz zu einer einfachen Weidehütte meist mit festen Anschlüssen für Strom und Wasser und gegebenenfalls auch Nebenräumen für die Lagerung von Futter etc. ausgestattet und für einen dauerhaften Einsatz am Bauort gedacht. Daher ruht er in den meisten Fällen auch auf einem festen Fundament.

 

Quelle: www.offenstall.org 

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Pferdegesundheit

WINTERHALTUNG Teil 1

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Wenn es draußen kalt und nass ist, ziehen wir Menschen uns in den gemütlichen Wohnraum zurück. Bei Minusgraden sitzen viele von uns am liebsten vor dem warmen Kamin. Wie ist das aber mit unseren geliebten Vierbeinern? Häufig gehen wir von unseren menschlichen Bedürfnissen aus, wenn wir uns überlegen, was unsere Pferde bei kaltem Wetter wollen und brauchen. 

 

Um feststellen zu können, wie sich unser Pferd wohl fühlt, müssen wir erst  einmal wissen, welche Bedürfnisse ein Pferd hat. 

Pferde sind keine kälteempfindlichen Tiere. Ihre Lungen reagieren empfindlich auf den Staub und die Gase in der Stall-Luft - kalte Frischluft macht ihnen dagegen gar nichts aus!

 

Pferde sind von der Natur mit einem Fell ausgestattet, das extra dafür konstruiert ist, relativ große Temperaturschwankungen ausgleichen zu können. Mit seinem Winterfell kann ein Pferd trockene Kälte angenehm aushalten, ohne sich unwohl zu fühlen. Selbst Minusgrade im zweistelligen Bereich machen dem Pferd nichts aus. Wichtige Voraussetzung ist jedoch, dass das Fell nicht von innen her naß -also verschwitzt- ist. In diesem Fall können selbst robuste Pferde schnell erkranken, wenn sie in der Zugluft stehen.

 

Klettern die Temperaturen in einen Bereich von Null bis fünfzehn Grad, fühlen sich die Pferde im gleichen Winterfell auch wohl. Denn das Pferdefell hat, ähnlich wie moderne Funktionstextilien, ein sehr weites Komfortspektrum.

 

Rassespezifische Unterschiede

Nordpferderassen kommen mit nasser Kälte und windigem Regenwetter besser zurecht, als Wüstenrassen. Wüstenrassen tolerieren dagegen extreme Minustemperaturen, also trockene Kälte, ohne Probleme. Voraussetzung ist jedoch, dass die Tiere bereits im Sommer der Witterung ausgesetzt waren und sich somit auf jeden Fall schrittweise im Herbst an die veränderten Klimabedingungen anpassen konnten! 

 

Pferde, die an das Wetter draußen gewöhnt sind, haben in der Regel keine Probleme mit der Kälte. Im Gegenteil: Es gibt Rassen, denen es mit ihrem natürlichen Winterfell in unseren Breiten eher zu warm ist. Islandpferde schwitzen beispielsweise manchmal mit ihrem Fell, wenn sie im Stall gehalten werden.

Die Leitlinien zur Pferdehaltung empfehlen die ganzjährige Haltung im Freien als die für Pferde natürlichste und gesündeste Haltungsform. Allerdings sehen die Empfehlungen einen Witterungsschutz vor. Er muss allen Pferden der jeweiligen Herde einen Schutz vor Nässe und Zugluft bieten.

 

Was tun, wenn das Pferd friert?

Wenn wir eine warme Winterjacke tragen, dann braucht unser Pferd doch auch eine, um sich wohl zu fühlen -oder? Grundsätzlich gilt: Eine Pferdedecke schränkt die Wärmeregulierung des Felles immer ein. Das Pferd kann unter einer Decke seine Temperatur nicht so gut regulieren, wie ohne Decke. 

Trotzdem gibt es wichtige Gründe für den Einsatz von Pferdedecken:

 

Wenn ein Pferd nach dem Training verschwitzt ist, braucht es eine Decke, die wärmt.

Mit den heutigen Funktionsgeweben hat der Reiter tolle Möglichkeiten, sein Pferd schnell trocken zu bekommen. Denn erst, wenn das Fell wieder ganz trocken ist, wirkt es Temperatur-regulierend.

 

Insbesondere nach langen Ritten, wie sie im Distanzsport stattfinden, muss die ermüdete Muskulatur unbedingt durch Decken gewärmt werden, weil das nasse Fell das nicht leisten kann.

 

Es gibt noch einen Grund für den Einsatz von Decken: In Haltungssystemen, die den Pferden ganzjährigen Auslauf im Freiland ermöglichen, wälzen sich die Pferde regelmäßig genüsslich im Matsch. In manchen Betrieben werden diejenigen, die im Training oder in Ausbildung sind, mit ungefütterten Outdoordecken vor dem Verschmutzen geschützt. Nachteil: Die Decke stellt für die Pferde eine Einschränkung dar. Vorteil: Intensives Putzen entfällt - kein Dreck, der unterm Sattel scheuert oder juckt.

 

Schwitzende Pferde scheren?

Bei traditioneller (Stall-)Haltung ist es üblich, schwitzende Pferde im Winter zu scheren. Das hat den Vorteil, dass man kein nasses Fell trocken bekommen muss. Bei Pferden, die geschoren sind, funktioniert jedoch die Temperaturregulation nicht mehr richtig: Sie sind stets auf die richtige Decke angewiesen - und zwar abhängig von Luftfeuchte und Temperatur. Diese beiden Größen schwanken aber mitunter stark, sodass diese Pferde viel Betreuung sowie mehrere Decken mit unterschiedlich warmen Füllungen brauchen. Das Futter der Decke hat die Aufgabe, die das Fell sonst verrichtet: Wärme speichern und überschüssige Wärme nach außen abgeben. 

Weil das natürliche Fell diese Aufgabe viel besser innerhalb viel größerer Toleranzbereiche erfüllen kann, kommt das Scheren nur für im Stall gehaltene Pferde in Frage.

 

Warum zittert mein Pferd?

Manche Pferde zittern: Ihre Temperaturregulation durch das wärmende Fell funktioniert in dieser Situation nicht ausreichend, sie erzeugen dann Wärme durch Muskelarbeit. Die Muskeln kontrahieren und dadurch entsteht Wärme.

 

Das Frieren unseres Pferdes kann folgende Ursachen haben: Vielleicht hat es sich nicht ausreichend an die klimatischen Bedingungen anpassen können, weil es überwiegend im Stall gehalten wurde und das Wetter draußen nicht gewohnt ist. In diesem Fall braucht das Pferd die Haltungsbedingungen, die es vor dem Kälteeinbruch gewohnt war. Eine Gewöhnung an eine andere Haltungsform muss dann verschoben werden, bis mildere Temperaturen herrschen.

Besonders Wüstenrassen frieren manchmal bei Nässe und Zugluft. Manche fühlen sich dann unter einer warm gefütterten, wasserdichten Outdoordecke wohl, anderen bietet diese Lösung keinen Zugewinn an Wohlbefinden.

 

Auch untergewichtige Pferde frieren häufig. Selbst bei verhältnismäßig warmen Temperaturen zittern Pferde mit zu wenig Substanz, weil sie besonders nach Anstrengungen in ein Energeidefizit kommen. Kurzfristig hilft hier eindecken und warm aufstallen. Langfristig muss das Fütterungsmanagement an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden. Zudem sollte man die Pferde vorsichtig und unter Beobachtung der Witterung aussetzen - solange, bis sie einen gute Substanz wiedererlangt haben.

 

Welchen Einfluss hat die Fütterung?

Der Stoffwechsel des Pferdes ist darauf ausgelegt, Energie zu gewinnen aus rohfaserreichen und kohlenhydratarmen Futtermitteln. Die Energiegewinnung aus solcher Nahrung erfolgt langsam, dafür aber gleichmäßig und ständig.

 

Deshalb hat das Verdauungssystem des Pferdes nur einen kleinen Magen, dafür aber einen sehr langen Darm, in dem die Pflanzennahrung mit Hilfe von nützlichen Bakterien langsam zersetzt und damit verdaulich gemacht wird. Ein Pferd kann, anders als der Mensch, sehr viel Energie aus der Pflanzenmasse ziehen. Aber damit es das kann, muss es ständig Futter aufnehmen. Es kann seinen Energiebedarf nur decken, wenn sein Verdauungssystem ständig zu tun hat. 

 

Zwar liefert Stärke- und zuckerreiche Nahrung sehr schnell sehr viel Energie. Aber obwohl wir Menschen den Pferden traditionell viel von dieser "anderen" Nahrung anbieten, kann der Pferdestoffwechsel nur bedingte Mengen davon kompensieren: Pferde brauchen Getreide nicht wirklich, ein Zuviel davon macht das Körpermileu sauer und bei empfindlichen Pferden werden sogar Stoffwechselkrankheiten begünstigt. Pferde, die viel Kraftfutter auf Getreidebasis bekommen, nehmen geringere Heumengen auf, als sie eigentlich bräuchten. Will man sie dann wieder an normale, größere, Raufuttermengen gewöhnen, dauert es meist lange, bis sie diese auch tatsächlich ganz aufnehmen. Es kann bis zu sechs Monaten bei optimierter Fütterung dauern, bis ein Pferd aus einer zu sauren Stoffwechsellage wieder heraus kommt. Dabei raten Fütterungsfachleute, insbesondere bei stoffwechselkranken Pferden und solchen mit Magenproblemen, auf das Getreide in der Ration ganz zu verzichten und eventuelle Kraftfutterrationen auf Protein-reicher und Zucker-armer Luzernebasis zu verabreichen. Entgegen der landläufigen Irrmeinung, verursacht Luzernefütterung keine Rehe.

 

Beschriebene Rationsgestaltungen eignen sich hervorragend zur Winterfütterung.

Sinken die Temperaturen, regulieren die Pferde ihren Energiebedarf über steigende Raufutteraufnahme: Ein Pferd kann, wenn notwendig, durchaus über 20kg Heu aufnehmen!

 

Autorin: Christine Kutscher

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Rechtsprechung

Turnierfahrt für den Reitverein – reine Gefälligkeit?

Gerade während der Turniersaison kommt es häufig vor, dass minderjährige Mitglieder eines Reitvereins von deren Familienangehörigen oder Angehörigen anderer Vereinsmitglieder zu Turnierveranstaltungen gefahren werden. Oftmals werden auch die entsprechenden Schulpferde zum Turnierort transportiert.

 

Der Bundesgerichtshof (Az. III ZR 346/14), hatte kürzlich über einen Fall zu entscheiden, bei welchem die Großmutter Ansprüche gegen einen Sportverein geltend macht, nachdem diese ihre Enkelin zu einem Turnier gefahren hatte und hierbei einen Autounfall mit erheblichen Verletzungen erlitt.

 

Der BGH entschied, dass es sich bei dieser Fahrt um eine reine Gefälligkeit handelte und der Großmutter deshalb kein Ersatz für den erlittenen Schaden aussteht. Als Begründung wird ausgeführt, dass es sich bei Transporten eines minderjährigen Vereinsmitgliedes zu Auswärtsterminen durch einen Familienangehörigen oder einen Angehörigen eines anderen Mitglieds grundsätzlich um eine reine Gefälligkeit handelt, soweit keine gegenteiligen Absprachen getroffen wurden. Es handelt sich gerade nicht um ein Vertragsverhältnis, aus welchem die Parteien Ersatzansprüche herleiten können. Es ändert daran auch nichts, wenn die Fahrten nicht nur im Eigeninteresse des Mitglieds, sondern auch im Interesse des Vereins durchgeführt werden.

 

Im vorliegenden Fall wurden die Fahrten zu Auswärtsterminen grundsätzlich von den Angehörigen der noch minderjährigen Mitglieder durchgeführt. Eine Aufwandsentschädigung wurde hierfür seitens des Vereins nicht geleistet, die Fahrten erfolgten auf freiwilliger Basis.

 

Würde man, anders als höchstrichterlich entschieden, davon ausgehen, dass es sich bei solchen Fahrten nicht um eine Gefälligkeit, sondern um ein Schuldverhältnis handelt, könnten auch Ansprüche auf Ersatz von Benzin, Parkgebühren, usw. zustehen. Mit solchen Ersatzansprüchen rechnen die Angehörigen im Amateursport jedoch nicht. Auch wäre dies für die Vereine kaum finanzierbar.

 

Das Hauptargument dürfte jedoch sein, dass die Fahrten üblicherweise nicht unternommen werden, um den Amateursport zu fördern, sondern dem Kind die Ausübung einer Sportart zu ermöglichen. Aus diesem Grunde können gegenüber dem Verein keine Ersatzansprüche geltend gemacht werden.

 

Für die Fahrten zu Reitturnieren bedeutet dies, dass den Verein keine Haftung für Unfälle während des Transportes trifft. Bei Schäden durch das Vereinspferd, z.B. am Transporter, sollte die Tierhalterhaftpflichtversicherung des Vereins greifen. Stefanie Rupp, Rechtsanwältin

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