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    Hannoveraner

    Alter: 4 Jahre Farbe: Dunkelfuchs Stckm.: 1,65


    Kurzbeschreibung des Pferdes: Weltruhm Hannoveraner, Mutter: Latimer. Schicker, eleganter 4-jähr. Fuchswallach mit sehr schönen Bewegungen und gutem Springvermögen, gut angeritten, leicht in der Hand und sitzbequem. Lieb und brav im Umgang, unterm Sattel sehr lernfreudig


    Preis: VB 12.500,– € Platz vor Preis


    Tel. 0172/5921136

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    Appaloosa ApHC

    Alter: geb. 19.4.12 Farbe: Fuchs Stckm.: 1,58 mit Decke


    Name: PB Shawnee

    Kurzbeschreibung des Pferdes: Vater: Bavarian Dreamfinder, Mutter: Magic Margarita. Cooler Typ, sehr freundlich, von Trainerin eingeritten, z. Zt. Geländeritte.


    Preis: 4.500,– € VS


    Tel. 06096/588

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    Friesen

    Alter: 10+19 J. Farbe: Rappe Stckm.: 1,64 + ca. 1,70


    Kurzbeschreibung des Pferdes: Vater: Reitze, Leffert, leider von Leffert keine Papiere. Der Jüngere ist angeritten, der Ältere ist Kutsche gefahren und geritten worden.


    Preis: VB


    Tel. 0160/96359158

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    Hessisches Warmblut

    Alter: 6 Jahre Farbe: Stckm.: ca. 1,78


    Name: Ricado

    Kurzbeschreibung des Pferdes: Vater: Rigamento - Riccione - Weltmeyer 6-jähriger hochtalentierter, leichtrittiger Wallach. Super Charakter, mit sehr viel Schwung.


    Preis auf Anfrage


    Tel. 0174/3666639 

    64372 Ober-Ramstadt

Aktuelles

Aktuelles

BAYERNS REITER KÜRTEN IN RIEM IHRE MEISTER WETTSTREIT UM GOLD, SILBER UND BRONZE

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Seriensieger, Überraschungen im Sattel und alte Medaillen-„Hasen“: Bei den Bayerischen Meisterschaften war sowohl in der NÜRNBERGER Dressur-Arena als auch auf dem großen Hufeisenplatz drei Tage lang beste Unterhaltung geboten.

 

Sechs verschiedene Altersklassen traten vom 10. bis 12. Juli bei hochsommerlichen Temperaturen an, um ihre neuen Meister zu küren. Dabei gaben vom kleinsten Ponyreiter bis hinauf zum erfahrenen Grand Prix Reiter alle ihr Bestes, um die begehrten Gold-, Silber- und Bronzemedaillen zu ergattern.

 

Die Kleinsten im Sattel hatten drei Wettbewerbe der Kl. L zu absolvieren und da wurde hart gekämpft. Eileen Henglein hatte ihre Cinderella gesattelt, die wegen Hufproblemen eine Zeitlang pausieren musste und von dem Mädchen, das für den fränkischen RV Abenberg startet, erst in diesem Jahr so richtig vorgestellt werden konnte. Zwar legte sie souveräne Runden hin, doch waren ihr sowohl Selina Söder (RG Himmelgarten) mit Schapur und Lara Brühl auf Lettenhofs Lovely Evergreen dicht auf den Fersen. Und am Ende machte die kleine fränkische Damenrunde dann auch die Medaillen unter sich aus. Für Eileen Henglein gab es Gold, für Lara Brühl Silber und Selina Söder, deren Papa, Bayerns Finanzminister Markus Söder die Finalprüfung höchst selbst vom Rand des Vierecks verfolgte, durfte mit der Bronzemedaille geschmückt die Heimreise antreten. „Wenn das nicht Frankenpower pur ist“, freute sich da Kerstin Popp als fränkische Jugendtrainerin.

 

 

Mit einem Start-Ziel-Sieg gelang es bei den Junioren II Greta Garkisch, sich die Goldmedaille zu schnappen. So gewann die Erdingerin, die mit ihrer bayerischen Schimmelstute Phaselis drei Wettbewerbe der Kl. L absolvieren musste und dabei dreimal die goldene Schleife einheimste, mit deutlichem Vorsprung die Gesamtwertung und machte es dabei der Rechenstelle ziemlich einfach.

 

25 Reiter hatten sich für die drei Prüfungen der Kl. M**, die die Junioren I auf dem Weg zur Meisterschaft zu bewältigen hatten, angesagt. „Ein absolut starkes Teilnehmerfeld, in dieser Altersklasse sind wir derzeit sehr gut aufgestellt“, sagte Dirk Meylemans, der in seiner Funktion als Landestrainer Dressur an allen drei Tagen auf der Anlage zu finden war. „Auch hier machte es eine Reiterin der Rechenstelle leicht. Bettina Nuscheler sitzt seit dieser Saison im Sattel des Pferdes ihrer älteren Schwester, Fascinate. „Ich bin so glücklich, dass ich mich mit ihm so schnell zusammen gerauft habe“, freute sich die 16-Jährige, die bei Uwe Schwanz auf dem Waldhauser Hof in Sauerlach trainiert.

 

Und auch bei den Jungen Reitern war es eine junge Dame, die ihre Mitstreiter dominierte. Lena Gundlage hatte ihren Campino gesattelt, mit dem sie Anfang dieser Saison bereits erfolgreich einige Dressuren der Kl. S gewonnen hatte. Doch dann folgte eine zweimonatige Pause, da der Wallach sich verletzt hatte und so konnte die junge Frau erst wenige Wochen vor Riem wieder angreifen. Nachdem sich Campino aber in Babenhausen so souverän zeigte, wagte sich Lena Gundlage, die für den Schweizer Hof startet, auf die Bayerischen Meisterschaften und gewann. In allen drei Wertungen der Kl. S siegte sie mit deutlichem Vorsprung.

 

Auch heuer hatten die Reiter der Altersklasse U 25 wieder eine eigene Meisterschaft. Und hier zeigten Lisa-Maria Klössinger und ihr New Lord, dass sie wieder da sind. Nach eineinhalb Jahren Verletzungspause hatte die Reiterin des Landgestüts Landshut ihren mächtigen Holsteiner eine Woche vor der Bayerischen Meisterschaft beim Turnier in Brunnthal vorgestellt und prompt die Intermediaire II gewonnen. So gerüstet traten die beiden in Riem an und überzeugten auf ganzer Linie. Mit satten 13 Zählern Vorsprung setzte sich das Paar in der Schlussabrechnung an die Spitze. „Das ist einfach nur Mega, New Lord hat fantastisch mitgemacht“, freute sich die junge Frau am Sonntag Nachmittag, als ihr zum Abschluss auch noch ein beeindruckender Kurz Grand Prix gelungen war.

 

Über mangelnde Teilnahme konnte sich vor allem die Oberbayern im Lager der Reiter nicht beklagen. Von 25 Startern kamen immerhin 19 aus diesem Regierungsbezirk. Doch am Ende hatte eine Fränkin die Nase vorne. Stefanie Weihermüller vom Horseteam Bayreuth hatte ihren westfälischen Fuchswallach Fantomas gesattelt, dabei auf ein Verlasspferd gesetzt, mit dem sie in den letzten Jahren immer wieder große Erfolge erzielen konnte. Und so setzten sich auch dieses Mal die beiden wieder an die Spitze. Mit tollen Vorstellungen, beeindruckenden Höhepunkten und dabei doch locker und leicht wirkend steuerte die fränkische Amazone zielstrebig auf die Goldmedaille zu.

 

Auch im Springparcours wurde an den drei Tagen bei heißen Temperaturen um Gold, Silber und Bronze gekämpft. Dabei durfte sich bei den Herren ein Altbekannter als neuer Meister feiern lassen. Edi Schmuck aus Illertissen hatte wieder einmal Aclatron an den Start gebracht und schaffte es, nach einer Pause im vergangenen Jahr zum dritten Mal auf dem Podest ganz oben zu stehen. „Ich habe dem Pferd davor extra zwei Wochenenden Pause gegönnt, damit er fit ist“, freute sich der Schwabe. Die Rechnung ging offensichtlich auf. In der Damenwertung ging der Gesamtsieg am Ende an die ehemalige Schweizer Meisterin und frisch gebackene Mutter Nicole Scheller, die mittlerweile für den RV Rupertiwinkel an den Start geht und Camina unter dem Sattel hatte.

 

Bei den Jungen Reitern ging der Titel an Kirsten Schweiger, die mit drei durchweg gelungenen Runden ihren neunjährigen bayerischen Wallach Coriander meisterhaft präsentierte. Die Tochter des Hagauer Turnierveranstalters Georg Schweiger bewies damit, dass sie zu Recht seit kurzem Mitglied des Bundeskaders ist. Vor allem im abschließenden S* zeigte die junge Frau ihr Gefühl im Sattel.

 

Auch bei den Junioren I konnte sich am Ende ein Mädchen die Goldmedaille umhänge lassen. Maximiliane Ruppert, bekannt für äußerst stilvolles Reiten, hatte ihren bayerischen Hengst Landspiel unter dem Sattel und setzte mit erstaunlicher Leichtigkeit über die Hindernisse. „Mein Pferd war heute fantastisch drauf, ich habe gespürt, wie leicht er sich lenken ließ“, schwärmte Maximiliane Ruppert nach der Finalprüfung.

 

Frankenpower war dann wieder einmal im Lager Junioren II angesagt: So ging der Titel an Annabell Veeh aus Simmertshofen, die ihre Bayernstute Goldene mitgebracht hatte. Auch die junge Amazone ließ auf dem großen Hufeisenplatz nichts anbrennen und so gab es am Ende Gold.

 

Dass die Medaillenvergabe im Springparcours eine reine Frauensache war, zeigte schließlich auch noch die Siegerin im Ponylager. Victoria Steininger startet für den RFV Markt Schwaben und hatte Nugget gesattelt. Nach zwei Siegen, einen davon im Finale, stand für das Mädchen schließlich fest: Das ist die Goldmedaille.   

Martina Scheibenpflug

Alle Ergebnisse finden Sie unter www.die-meldestelle.de 

 

„Play Fair“-Auszeichnung für Sophie Kaltenbacher

Eine besondere Ehre gab es im Rahmen der Bayerischen Meisterschaften für Sophie Kaltenbacher: Die Schwäbin aus Bad Wörishofen erhielt die „Play Fair“-Auszeichnung für besonders fairen Umgang mit ihrem Pferd.

 

So war sie von einer Gruppe Jugendlicher, die zuvor an einem Workshop teilgenommen hatten und als Jurymitglieder fungierten, auf diese Kriterien hin beurteilt worden. Die respektvolle Art des Umgangs mit ihrem Vierbeiner sowie das konzentrierte und harmonische Abreiten und auch das eigenständige und sorgfältige Versorgen des Pferdes nach der Prüfung hatten die Jury überzeugt.

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GROSSER ERFOLG BEI DEN KREISMEISTERSCHAFTEN

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Großer Erfolg der Heldenbergener Reiter bei den Kreismeisterschaften des Main Kinzig Kreises am 4 + 5. Juli. Ganz herzlichen Glückwunsch an Claudia Kania Pferdewirtschaftsmeisterin im Reitsportzentrum an der Nassburg zum 1. Platz (!!) in der Kreismeisterschaftswertung LK2 sowie Jennifer Schmitz, Auszubildende im Reitsportzentrum an der Nassburg zum 3. Platz in der Kreismeisterschaftswertung LK3.

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Aktuelles

ZWEISPÄNNIG ZUM ERFOLG KUTSCHFAHRERIN KATHRIN SCHEITER

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„Scheiter Twins“ steht auf dem riesigen LKW der Familie Scheiter, der auf dem Hof in Leidersbach im unterfränkischen LandkreisMiltenberg auf seinen nächsten Einsatz wartet. Wenn gleich zwei Familienmitglieder auf Turnieren die Leinen in die Hand nehmen, kommt an Gepäck schon einiges zusammen. Kathrin und Judith Scheiter, die 21-jährigen Zwillinge, haben in ihrer Karriere auf dem Bock schon viel erreicht und haben noch viel mehr vor. Einspännig oder zweispännig fahren die beiden. Nachdem Mama Simone sie im zarten Alter von drei Monaten zu ihrem ersten Fahrturnier mitnahm, bei dem damals noch Papa Erich Scheiter um Sieg und Ehre auf dem Bock kämpfte, wurden Kathrin und Judith offenbar vomFahrvirus infiziert, der sie bis heute nicht losgelassen hat.

 

Ohne Unterstützung durch die Familie geht das natürlich nicht. Mit den erfahrenen Pferden des Vaters konnten die Zwillinge schon früh üben, wie man über Stock und Stein fährt, ohne umzukippen, oder wie eine korrekte Dressur funktioniert. Heute hat Erich Scheiter seine aktive Karriere beendet. Er und Simone Scheiter sowie ihr Trainer und diverse Helfer unterstützen Kathrin und Judith beim Training, beim täglichen Bewegen der sechs Turnierpferde und bei deren Pflege. Nur so ist es für die beiden inzwischen zu hübschen jungen Frauen herangewachsenen Fahrerinnen möglich, das zeitaufwändige Hobby mit Schule und Beruf zu verbinden. Gerade ist Kathrin von den Deutschen Meisterschaften der Zweispännerfahrer im emsländischen Lähden zurückgekommen. Als einzige Fahrerin aus Bayern hatte sie sich dafür qualifiziert. Kathrin musste in Lähden nicht nur gegen die besten deutschen Fahrer, sondern gegen die gesamte Weltelite konkurrieren, da die Prüfung gleichzeitig als Qualifikation für die Weltmeisterschaft der Zweispännerfahrer ausgeschrieben war. Sie lieferte eine tolle Leistung in einem Feld von vierzig internationalen Topfahrern und wurde in der Endabrechnung zwölfte. In der Wertung zur Deutschen Meisterschaft bedeutete dieses Ergebnis Platz sieben. Als Lohn für den Erfolg berief das Deutsche Olympische Komitee die junge Fahrerin in den B-Kader der Fahrer und erteilte die Erlaubnis für die Teilnahme am Nationenpreis der Zweispänner bei der Weltmeisterschaft in Riesenbeck. Pferde in Bayern sprach mit Kathrin Scheiter.

 

Pferde in Bayern: Herzlichen Glückwunsch zum Erfolg bei den Deutschen Meisterschaften. So kann es weitergehen!

 

Kathrin Scheiter: Jetzt freue ich mich erst mal darüber, wie gut es in Lähden gelaufen ist! Das Saisonziel war für mich die Kaderberufung, und das habe ich jetzt schon im Juni erreicht. Ich hoffe, dass ich mit dem Zweispänner weiter so erfolgreich fahren kann.

 

Pferde in Bayern: Was ist als nächstes geplant?

 

Kathrin Scheiter: Wir fahren schon morgen zum nächsten Turnier in die Niederlande, nach Beekbergen. Danach geht es gleich nach Riesenbeck zum CAIO***, dem „Aachen“ der Fahrer. Mit der Teilnahme an diesen beiden Turnieren sind wir fast drei Wochen unterwegs. Danach fahren wir noch zu den Deutschen Jugendmeisterschaften in Viernheim sowie zu einigen anderen Turnieren. Zum Abschluss der Saison finden in München-Riem die Bayerischen Meisterschaften statt.

 

Pferde in Bayern: Da müssen die Schule oder der Arbeitgeber ja sehr kulant sein, damit das alles machbar ist.

 

Kathrin Scheiter: Wir haben sowohl mit der Schule als auch mit meinem Arbeitgeber gute Erfahrungen gemacht. Die Schule hat meine Schwester Judith und mich immer unterstützt. Ich bin jetzt gerade mit meiner Ausbildung zur Steuerfachangestellten fertig. Bisher hat es immer geklappt, dass ich meinen Urlaub für die Turniere nehmen konnte.

 

Pferde in Bayern: Wer betreut und trainiert Euch denn? Wenn man S-Prüfungen fahren will, braucht man doch bestimmt einen guten Trainer?

 

Kathrin Scheiter: Unser Papa hat uns immer sehr gut trainiert. Seit wir auf schweren Turnieren fahren, unterstützt uns Reinhard Burggraf als Trainer. Er hat seine internationale Karriere als Zweispännerfahrer 2011 beendet. Er kommt auf alle Turniere mit und sitzt auch als Beifahrer auf der Kutsche. Er hat sich ein Wohnmobil gekauft, mit dem er uns auf Turniere begleiten kann. Wir übernachten im Wohnabteil unseres LKW´s.

 

Pferde in Bayern: Seit wann fahrt Ihr denn Kutsche?

 

Kathrin Scheiter: Judith und ich haben als Kinder zunächst geritten, am liebsten Springen. Mit vierzehn haben wir dann unser Fahrabzeichen gemacht und auch gleich am ersten Fahrturnier teilgenommen. Meine Schwester Judith stellt die Pferde im Einspänner vor, ich im Zweispänner, so dass wir eigentlich nie konkurrieren müssen. Im Gegenteil: Wir können uns gegenseitig gut unterstützen.

 

Pferde in Bayern: Welche Pferde benutzt Ihr zum Fahren? Kauft Ihr die Pferde ganz jung oder schon ausgebildet? Wie sieht das tägliche Training aus?

 

Kathrin Scheiter: Wir hatten das Glück, von erfahrenen Pferden meines Vaters oder unseres Trainers lernen zu können. Ein Beispiel ist Rubinstein Razfaz. Er ist jetzt schon achtzehn, aber noch topfit. Neue Pferde kaufen wir eingefahren. Man muss darauf achten, dass die Pferde in Schwung und Gang zusammenpassen. Die Abstammung und das Zuchtgebiet sind dabei eher unwichtig. Meine Schwester fährt neue Pferde im Einspänner, ich im Zweispänner neben einem erfahrenen Pferd. Junge Pferde gucken sich viel von den Älteren ab. Zur Zeit haben wir sechs Turnierpferde, die zwischen sechs und achtzehn Jahre alt sind. Alle Pferde haben täglichen Koppelgang. Zudem werden sie jeden Tag möglichst vor der Kutsche gefahren oder geritten. Wir müssen viel Dressurtraining machen, denn die Anforderungen werden immer höher. Neuerdings werden sogar Galopp und Traversalen im Einspänner verlangt. Auch für den Marathon und das Hindernisfahren sind die dressurmäßigen Grundlagen enorm wichtig. Im Gelände müssen die Pferde vor allem gut auf die Stimme hören.

 

Pferde in Bayern: Wie sieht der Ablauf eines solchen Fahrturniers aus?

 

Kathrin Scheiter: Das ist ähnlich wie bei der Vielseitigkeit. Am ersten Tag gibt es bei internationalen Turnieren den so genannten Vet-Check, eine Verfassungsprüfung, bei der die Pferde an der Hand den Offiziellen, besonders dem Tierarzt, vorgeführt werden. Freitags wird eine Dressurprüfung verlangt, am Samstag ist der Geländetag. Die Geländeprüfung läuft in der Klasse S so, dass man mit einer Phase A beginnt, in der sechs Kilometer Trab in einer vorgegebenen Zeit gefahren werden. Danach folgt eine zehnminütige Zwangspau - se mit Tierarztkontrolle. Darauf geht es in die nächste Phase von sechs bis acht Kilometern, die eben - so in einer vorgegebenen Zeit absolviert werden muss. Allerdings stehen auf dieser Strecke sieben oder acht Hindernisse, die so schnell wie möglich durchfahren werden müssen. Den Abschluss bildet am Sonntag das Hindernisoder Kegelfahren.

 

Pferde in Bayern: Kann man denn auf diesen Turnieren hohe Preisgelder gewinnen? Kann man damit die Kosten decken?

 

Kathrin Scheiter: Die Preise und Gewinngelder sind sehr niedrig. Selbst wenn man gewinnt, reicht es kaum fürs Benzin, um aufs Turnier zu fahren. Die Kosten sind enorm hoch. So eine Kutsche kostet leicht zehntausend Euro und mehr. Wir brauchen für die Prüfungen mindestens zwei Kutschen, eine für Dressur und Kegelfahren und eine fürs Gelände. Es gehört schon viel Begeisterung zu unserem Sport.

 

Pferde in Bayern: Ist der Vierspänner ein Ziel für die Zukunft?

 

Kathrin Scheiter: Vielleicht, aber jetzt möchte ich erst mal erfolgreich Zweispänner fahren. Im Winter spannen wir schon mal vier Pferde an und fahren zum Konditionstraining ein paar Stunden durch den Wald.

 

Pferde in Bayern: Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg! Text Angela Rieden

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Aktuelles

OBERNDORF BEI HAAG GAUDI – RALLYE HOCH ZU ROSS

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Die Crazy Horse Ranch Holzapfel veranstaltet am Samstag, dem 29.08.2014  ihre fünfzehnte Gaudirallye. Zu dieser sind alle Reiterinnen und Reiter herzlichst eingeladen. Auch für Pferdeinteressierte gibt es jede Menge zu sehen. Gestartet wird zwischen 08.00 und 11.00 Uhr bei jeder Witterung. Die Strecke ist ca. 18 km lang, rund um Holzapfel bei Oberndorf. Es gibt einige Stationen an denen Reiter und Pferd Geschicklichkeitsspiele absolvieren dürfen.

 

Für Essen und Trinken ist wie immer gesorgt, unsere Kuchen sind übrigens alle selbst gebacken. Zwischen 07.00 und 24.00 Uhr muss weder Mensch noch Tier Hungern oder Dursten. Auch innerhalb der Strecke gibt es eine Mittelstation mit Verpflegung.

 

Nach absolvierter Rallye stehen den Pferden Paddocks zur Verfügung, so dass sich Ross und  Reiter, jeder auf seine Weise, stärken können.

Am Abend findet gegen 20 Uhr die Siegerehrung statt, bei der kein Starter leer ausgehen wird. Jeder Starter erhält eine Urkunde sowie eine Medaille. Für den Sieger gibt es sogar einen Pokal. Es kann nach Herzenslust gefeiert werden.

 

Für Anmeldungen oder Rückfragen bzgl. der Gaudirallye steht Ihnen die  Familie Friedrich Fleidl unter der Telefonnummer 08072 / 488 oder unter www.pferdehof-holzapfel.de  zur Verfügung.

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Aktuelles

HAST DU HEUTE SCHON DEIN PFERD GELOBT? MIT LEICHTIGKEIT ZIELE ERREICHEN

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Die Arbeit mit Pferden ähnelt einer guten Erziehung. Eine gesunde Mischung aus Freiheit und Sicherheit muss in erster Linie Vertrauen und damit Wohlgefühl wecken. Der Nährboden für jede Partnerschaft und Liebe. Denn wir möchten von unserem Fluchttier Pferd zuverlässige Mitarbeit, die im Ernstfall auch eine Lebensversicherung sein kann. Tiere lernen täglich in unserem Zusammensein, was richtig und was falsch ist. Und manche wehren sich, nicht zu unrecht, wenn ihre Grenzen nicht geachtet werden.

 

„Zähmen, das ist eine in Vergessenheit geratene Sache“ sagt der Fuchs. „Es bedeutet, sich vertraut machen“* (Aus „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry)

 

Rasdani ist zum Einreiten in einem neuen Stall. Die 5-jährige Araberstute ist das erste Mal von Zuhause weg, alles ist ihr fremd. Die Reithalle kennt sie nicht, der Stall ist neu, das Futter, die Stallkollegen und sogar der Reiter. Doch die feine Stute kommt aus einem guten Elternhaus und erlebte noch nie Schlechtes. Somit ist sie grundsätzlich gerne bereit, sich dem Menschen anzuschließen, wenn er ihr ein gutes Gefühl von Sicherheit geben kann. Dennoch sind all ihre Sinne in jeder Sekunde auf Empfang und bereit, in Millisekunden wahrzunehmen, ob sich eine Gefahr anbahnt. Recht hat sie. Denn dafür ist sie als Fluchttier geboren, und die Welt ist nicht immer gut. Ohne den Schutz ihrer sicheren Herde muss sie sich nun allein auf den Menschen verlassen. Das es da in kritischen Momenten zu Unsicherheit kommen kann, ist nicht verwunderlich.

 

Versüßen und es geht leicht …

Jedes Reiten fängt damit an, den Sattel auf den Rücken zu legen und das Trensengebiß ins Maul zu transportieren. Rasdanis feine Arabernase streckt sich beim Trensen Richtung Himmel, und beim Satteln möchte sie lieber ausweichen. Sie mag beides nicht sonderlich gerne. So gilt es, den Moment zu verschönern, positiv zu gestalten, ohne Druck, sodass darüber bald nicht mehr diskutiert werden muss. So wird mit dem Trensengebiss einfach ein Leckerli oder Würfelzucker ins Maul geschoben. Beim Satteln kann der Hals oder Bauch gekrault werden. Wenn der Gurt angezogen wird, nicht zu fest, gibt es wieder eine Belohnung. So lange, bis die Übung sitzt; dann ist es sowie so kein Thema mehr, und das Satteln funktioniert ohne Probleme - vielleicht für immer.

Heute ist die kluge Fuchsstute das achte Mal in der Reithalle. Sie hat keine Angst mehr, sondern erwartet ihre Aufgaben mit Neugier. Sie läuft brav ihre Runden und ist sogar mit Reiter schon galoppiert. Das fühlt sich sicher komisch für sie an, so ein anderes Wesen auf dem Rücken, dem man gleichzeitig vertrauen und gehorchen soll. Doch jede Aufgabe, angefangen vom Stehenbleiben beim Aufsitzen, beim Anhalten oder der erste Galopp, jeder Fortschritt wird freundlich gestaltet und darf gefeiert werden. Anfangs mit Futterlob und Streicheln, so wird gerne verstanden.

Zwischendurch gibt es Stimmlob in jeder besonderen Situation. Klar und deutlich, dann werden auch die wenigen Neins, wenn es gerade nicht so gut läuft, akzeptiert. Rasdani wächst mit Spaß und Leichtigkeit geradezu über sich hinaus.

 

Loben lässt Flügel wachsen

Das kennen wir doch alle. Nach Anerkennung strebt jeder Mensch und jedes Tier. Um dieses tolle und gute Gefühl oft zu bekommen, wird das Pferd versuchen, freiwillig alles richtig zu machen. Unter Lob zu arbeiten, dabei nette Rituale als Rahmen, macht die neuen Aufgaben leichter. Und für alle Beteiligten somit auch viel sicherer.

Das Zusammensein mit einem Pferd, insbesondere das Reiten, ist wie ein Tanz. Annehmen und nachgeben, Anspannung und Entspannung, deutliches Zeigen, was richtig und falsch ist. Und das darf mit ein bisschen Übung immer feiner werden. Wenn wir es schaffen, die Persönlichkeit unseres Pferdes zu erkennen, werden wir auch die Momente spüren, wann ein Lob fällig ist.

 

Nette Stimme, Futter und Pausen

Lob kann ganz unterschiedlich ausfallen. Groß und klein, sanft und überschwenglich. Es unterscheidet sich vor allem nach Schwierigkeit der Aufgabe. Ein junges, unsicheres oder auch ein verdorbenes Pferd darf für jeden gelungenen neuen Schritt, der völlig unspektakulär aussieht, jedoch große Überwindung kostete, höchst gelobt werden.

 

Das größte Lob besteht immer aus Innehalten, begeistertem Zureden, einer kurzen Pause und einem Futterlob. Eine Futterbelohnung, die das Pferd gerne mag und die beim Weiterreiten erst einmal gekaut sein sollte (ein kleines Stückchen trockenes Brot ist besser kau- und schluckbar als ein Stück Möhre). Die Pferde verstehen uns, wenn wir streicheln und mit ruhiger Stimme sagen, wie super toll sie sind. 

 

Ein kleineres Lob ohne Futter ist die kurze Pause mit stimmlichem Lob und streicheln, kraulen am Hals. Ob das reine Klopfen am Hals wirklich positive Energien freisetzt, da bin ich mir nicht sicher. Eine warme Stimme „ Das ist toooll, schööön, braaav“ mit einem Kratzen, Kraulen am Hals kommt  wirklich an. Die kurzen Pausen sind willkommen. Sekunden der Ruhe, für Pferd und Reiter der Moment der kleinen Pause. Denn die kann tatsächlich jeden Tag versüßen. Das Minilob ohne Pause gibt es während des Reitens. Nachgeben der Zügel, Stimmlob “braaaav“ und Entlastungshaltung werden auch positiv empfunden und als Lob gedeutet. Schon das Nachgeben der Zügel und die Entlastung lockern auf und wirken für das Pferd angenehm. Diese positive Grundhaltung darf, gerade beim jungen Pferd, dauerhaft eingenommen werden. Wenn sich das Pferd widersetzt, oder eine Aufgabe bekommt, wird es kürzer genommen und reguliert. Läuft es wieder richtig, geht es in die Grundstellung, in ein freies Vorwärts ohne störende Faktoren. Ständiges Treiben und ständige Zügelhilfen machen stumpf! Bei neuen Aufgaben, die richtig erledigt wurden, gibt es ein großes Lob. Das wird langsam reduziert und bald nicht mehr benötigt, wenn die Aufgabe verstanden wurde. Dann gibt es wieder Lob für Neues. So verlernen die Pferde nie das genaue Zuhören!

 

Richtig und Falsch – Konflikte lösen

Nun ist das Pferd ganz bei der Sache. Korrekturen fallen nicht als Strafe aus, sondern werden als selbstverständlich angenommen. Es gibt wichtige Basics, die ein Pferd von Anfang an beigebracht werden muss. Was ist zu tun, wenn das Pferd nicht stehen bleibt? Das Anhalten konsequent verlangen -  wenn das Pferd steht, sofort belohnen. Je nach Schwierigkeit anfangs mit Futterlob. Es wird beim nächsten Mal schon darauf warten. Das Futterlob dann immer weiter herauszögern, bis das Pferd felsenfest steht und  erst dann weiterläuft, wenn es sein Lob bekommen hat und der Reiter die Kommandos zum weiterlaufen gibt. Bald wird das Erlernte ohne Futterlob Selbstverständlichkeit werden. Ein klares Nein kann auch ein strenges Durchparieren beim zu schnellen Loslaufen sein. Eine kurze Zügelparade beim Versuch, sich den Zügeln zu entziehen. Starker Schenkeldruck beim Ausbrechen aus dem Zirkel. Doch alles, was korrigiert wurde, muss unmittelbar danach in den positiven, ruhigen Zustand gebracht werden, wenn es vom Pferd verstanden und richtig umgesetzt wurde.

 

Es muss feste Bräuche geben

Immer wiederkehrende Abläufe geben Sicherheit. Eine Belohnung nach dem Aufsteigen auf das Pferd, das Stehenbleiben und das Warten, schadet sicher nicht. Klare Abläufe mit neuen Aufgaben, in kleinen Sequenzen und einem sicheren Lob bringen mehr, als für Pferd und Mensch unklare Situationen, die beide überfordern. Ein Rahmen, der immer wieder in kleinen Situationen gleich gestrickt wird, gibt Sicherheit. Zuviele Experimente mit wenig Zeit, z.B. immer wieder fremde Pferde in der Reithalle, wechselnde Situationen, wie Reitplätze oder womöglich sogar Reiter können sehr viel Durcheinander bringen.

 

Langeweile lässt Unsinn zu

Wenn immer wieder zu lange Sequenzen eingebaut werden, z.B. minutenlanges Traben auf demselben Zirkel, das kann besonders für junge Pferde schnell langweilig werden. Kleine Einheiten, Tempowechsel, abwechslungsreiche Hufschlagfiguren lassen das Pferd konzentriert hinhören. Aufmerksamkeit wird so erzielt(geschult). Um diese zu erhalten, reichen für junge Pferde oft schon 20 Minuten konzentrierte Arbeit. Eine Stunde Dressurarbeit kann, auch für erwachsene Pferde, zuviel sein. Überforderung von Körper und Geist bei Reiter und Pferd gilt es zu vermeiden. Denn das führt zu Anspannung und teilweise zu Schmerzen. Und nicht vergessen: Reiten darf immer möglichst positiv sein! Achten Sie auf die Zeichen, die Ihnen ihr Pferd zeigt.

 

Druck erzeugt Gegendruck

Zuviel Zwang macht unsicher und unruhig. Unter Druck über Grenzen hinauszugehen kann beim Fluchttier Pferd eine lebensbedrohliche Situation darstellen. Dann wehren sie sich, es kommt zum Kampf. Diese Art von Überforderung ist immer individuell, so muss genau hingehört werden, was sie uns sagen, „wo der Schuh drückt“. Wenn wir unserem Pferd die schöne Seite zeigen, Verantwortung übernehmen und für seine Mitarbeit loben, dabei Liebe zulassen, erst dann verdienen wir sein Vertrauen und seine Freundschaft.

 

Katrin Ehrlich

 

22.07.2015 Die dunkle Seite der Reiterei oder  Was wird aus Rolando?

Meckenheim bei Bonn

Christine Wels, 67,  erfolgreiche Dressurreiterin und bekannte Tierquälerin, wurde während des „Trainings“ durch einen Tritt von einem Pferd getötet. Der 9–jährige Wallach Rolando wehrte sich, denn er wollte leben. Laut Presseberichten stieg die Reiterin während des Reitens ab (?), um ihn am Boden zu korrigieren (?). Dann stieg der Fuchswallach und traf seine mutmaßliche Angreiferin tödlich am Kopf.

 

Aktenkundige Brutalität

Jahrelang quälte die Weltcupfinalistin in Hamburg und Dänemark Pferde, schlug sie mit unglaublicher Härte, bis sie bluteten. Stach Sporen in Bäuche, Nasen, Weichteile. Bilder und Filme von ihrer unfassbare Brutalität wurden bekannt. St. Georg berichtete schon 2008 von ihren Methoden. Sie schlug systematisch auf die Pferde ein, 450 Mal auf ein Pferd in einer halben Stunde. Streute Salz in die Wunden, damit es mehr schmerzte. Ihr Pferd Wimbledon erlag 2008 seinen Verletzungen durch ihre „Trainingsmethoden“. Was musste er bis dorthin für eine Qual aushalten?

 

Nach einem Gerichtsurteil bekam Wels bereits 2007 vom Kieler Landgericht drei Jahre Berufsverbot. Nachdem sie in Dänemark mit ihren Methoden negativ auffiel, trieb sie ihr Unwesen im Rheinland weiter. Erst vor wenigen Monaten wurden die Spuren ihrer Tierquälereien erneut angezeigt. Eine Tierärztin stellte Striemen und offene Stellen bei den Pferden fest, durchschaute ihre schrecklichen Trainingsmethoden, dass die Pferde angebunden bei jedem falschen Tritt misshandelt wurden.

Rolando reagierte vernünftig. Und verhindert letztendlich dadurch eine Menge zukünftiges Leid. Es wäre darauf zu achten, was ihm in nächster Zeit geschieht.

 

Wo sind die Kontrolleure?

Schade, dass wir Menschen scheinbar selbst nicht in der Lage sind, Tierquäler dauerhaft aus dem Verkehr zu ziehen. Auch hier müssen sich wieder die FN und ein Tierschutzbund fragen lassen, weshalb hier nicht früher eingeschritten wird. Es bleibt auch die Frage im Raum, wer seine Pferde zu einer solchen Frau in Ausbildung gibt?

 

Aus dieser Geschichte dürfen wir lernen. Leider lernte Christine in diesem Leben nichts dazu.

Ein Pferd ist kein Mordinstrument, doch wenn es sein muss, kann es mit einem kleinen, zielsicheren Tritt jeden Angstfeind aus dem Weg räumen. Leider dauert es oft zu lange, bis es soweit kommt. Pferde sind sehr geduldig.

 

Wer Gutes denkt und mit Liebe, Herz und Verstand mit seinen Pferden umgeht, wird von ihnen geehrt und geschätzt. Alles, was wir in die Welt geben, kommt auf richtige Weise zurück.

 

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Pferdegesundheit

ZUM HAARE AUSRAUFEN SOMMEREKZEM UND SEINE TÜCKEN

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Nun ist es wieder so weit, viele unserer Pferde schubbern, kratzen und scheuern sich Haut und Haar vom Körper, oft sogar bis Blut fließt. Und es werden tendenziell immer mehr. Besitzer wissen sich oft keinen Rat mehr und sind, wie ihre Pferde, sehr gestresst in dieser Jahreszeit. Natürlich muss man differenzieren, nicht jedes Hautproblem und nicht jeder Juckreiz ist das groß gefürchtete Sommerekzem. Unter Sommerekzem versteht man die allergische Reaktion eines Pferdes auf den Speichel einer Culicoides- Mücke. Die sehr kleinen Kriebelmücken sind dämmerungsaktiv, deswegen sind zu dieser Zeit die Pferde besonders gestresst. Sie leben in feuchten warmen Gebieten an Bächen, oder stehenden Gewässern. Außerdem sind sie keine besonders starken „Flieger“, die gegen Wind schnell verlieren. Dies ist ein Grund warum man diese zum Beispiel nicht in Island, Küsten oder auch in höheren Gebieten findet.

 

Diese Gnitzen stechen mit Vorliebe an Mähnenkamm, Schweifrübe, Kruppe und Bauchnaht und hinterlassen dort Pappeln und Bläschen. Durch exzessives Scheuern verlieren Pferde dann ihr Haarkleid und verletzen sich selbst. Sekundärinfektionen sind hier keine Seltenheit und führen zu lästigen und schmerzhaften Entzündungen. Bei den meisten Pferden tritt die Erkrankung erst - malig im Alter von 3-6 Jahren auf und wird dann erfahrungsgemäss immer schlimmer. Aus Island importierte Tiere haben zuhause keine Probleme, in Ihrer neuen Heimat angekommen, lassen die Symptome allerdings nicht lange auf sich warten. Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass es dort keine Kriebelmücken gibt.

 

Man findet das Sommerekzem vermehrt bei Rassen wie Isländer, Friese, Shetland-, Welsh-, und Connemara Ponies und Arabern, aber im Grunde kann jedes Pferd dazu neigen. Wie aber kämpft man erfolgreich gegen diesen Teufelskreis an? Dafür gibt es mehrere Strategien. Es beginnt schon bei der Auswahl der Unterkunft Ihres Lieblings. Der Stall sollte nicht am Waldrand liegen und Koppeln oder Paddock nicht in der Nähe eines Baches oder Teiches. Stall und Koppelhygiene ist sehr wichtig da sich Kriebelmükken auch im Mist und auf Misthaufen sehr wohl fühlen. Des weiteren kann man die Pferde zur gefährlichen Tageszeit aufstallen. Im vermehrt bei Rassen wie Isländer, Friese, Shetland-, Welsh-, und Connemara Ponies und Arabern, aber im Grunde kann jedes Pferd dazu neigen.

 

Wie aber kämpft man erfolgreich gegen diesen Teufelskreis an? Dafür gibt es mehrere Strategien. Es beginnt schon bei der Auswahl der Unterkunft Ihres Lieblings. Der Stall sollte nicht am Waldrand liegen und Koppeln oder Paddock nicht in der Nähe eines Baches oder Teiches. Stall und Koppelhygiene ist sehr wichtig da sich Kriebelmükken auch im Mist und auf Misthaufen sehr wohl fühlen. Des weiteren kann man die Pferde zur gefährlichen Tageszeit aufstallen. Im Auch Öle sind erfahrungsgemäss sehr wirksam. Meist sind es ölige Pflegemittel aus Fisch- und Pflanzenöl, die zeitgleich die lästigen Mücken fernhalten sollen. Die Quintessenz aller Strategien ist es also, den Kontakt mit Mücken so gering wie möglich zu halten. All diese Strategien wirken meiner Meinung nach allerdings nicht für sich allein.

 

Es ist wichtig diese gut zu kombinieren und fein aufeinander abzustimmen. Vor allem aber sollte bei Pferden mit beginnendem Sommerekzem einmal der gesundheitliche Status des Tieres überprüft werden. Oftmals reagieren Pferde sehr empfindlich auf ihre Aussenwelt, wenn Fehler oder Mängel im Stoffwechsel oder der Magen- Darm-Flora vorliegen. Eine Blutuntersuchung sollte Aufschluss über Mängel im Spurenelementhaushalt, oder Leberstoffwechsel geben. Erfahrungsgemäss leiden Pferde generell mit einem Mangel an Vitaminen, Aminosäuren und Spurenelemente wie Selen schneller und stärker an Hautproblemen. Deswegen ist es ratsam Pferde die zum ersten Mal Symptome eines Sommerekzems zeigen, gründlich zu untersuchen, und eiweisreduziert zu füttern. Algenpräparate

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Ausbildung Pferd & Reiter

Westernreiten im Trend

Von einfachem Reiten in den Grundgangarten bis hin zur hohen Schule - im Englischen Reitstil: Dressur - ist auch beim Westernreiten eine große Bandbreite des Könnens vorhanden, beeinflusst von der Iberischen Reitweise, die als Ursprung jeder Reitkunst bezeichnet werden kann. Im Gegensatz zum Englischen Reitstil sind Westernpferde darauf trainiert, bei einem Impuls - zum Beispiel der Hilfe zum Antraben - zu reagieren und dann ohne weitere Einwirkung des Reiters in diesem Tempo zu bleiben.

 

Im Englischen Reitstil wird dagegen auch nach der Hilfe zum Tempowechsel weiterhin mit Schenkeln, Kreuz und Zügeln permanent eingewirkt.Spektakuläre Stopps (Sliding Stop), bei denen das Pferd mit der Hinterhand fast auf dem Boden sitzt und mit den Vorderbeinen weiterläuft, oder schnelle Drehungen (Spins) um die Hinterhand, verbunden mit westernmäßiger Atmosphäre und Cowboykleidung, prägen das Bild vom Westernreiten. Allerdings gibt es auch hier Regeln, wie Reiter und Pferd bei einem Turnier ausgestattet sein müssen. Das variiert von Disziplin zu Disziplin. Hut, Jeans und Stiefel gehören immer dazu. Genau wie bei anderen Reitweisen gilt es aber auch beim Westernreiten, eine solide Ausbildung zu bekommen und sein Können permanent zu verbessern. Das bedeutet, wie bei jeder anderen Reitweise auch, in erster Linie das Üben von Basiselementen und nicht das Reiten von Show-highlights, die, falsch geritten, zudem schnell den Pferden gesundheitliche Schäden zufügen können. Viele Westernpferde haben ähnlich angenehm zu sitzende Gangarten wie Isländer, oder Paso Finos.

 

Allerdings sind das nur besonders langsame und flache Varianten der drei normalen Grundgangarten, wie sie bei der Turnierdisziplin Pleasure gezeigt werden, nicht etwa ein Tölt oder Pass. Da das Westernreiten viele Elemente aus der Arbeit zu Pferd übernommen hat, liegt der Schwerpunkt bei allen Bewegungen darin, sowohl dem Pferd als auch dem Reiter die geforderte Übung über eine möglichst lange Zeit - im Idealfall den ganzen Tag - zu ermöglichen. Darüber hinaus gibt es aber auch spezielle Gangpferde- Rassen, wie das Tennessee Walking Horse, die speziell wegen ihrer leicht zu sitzenden Gangarten gezüchtet werden.

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Rund um den Stall

Artgerechte Haltung

Pferde einzeln in engen Boxen zu halten ist für die Tiere eine lebenslange Qual, auch wenn sich viele von ihnen notgedrungen damit arrangieren. 20 oder 22 Stunden lang starren sie die Wände an oder beobachten 100 Quadratmeter Stallgasse, stehen auf Matratzen aus Stroh und Mist, bekommen zu wenig frische Luft, viel zu wenig Bewegung und nur mit Glück vielleicht einige Stunden freien Auslauf im Viereck hinter dem Stall.

 

Verhaltensstörungen wie Weben oder Koppen lassen die Not sensibler Pferde erkennen. Dass es auch anders geht, beweisen fortschrittliche Pensionsställe und die vielen kleinen privaten Pferdehalter, die ihre Pferde in Offenställen halten. Seit den siebziger Jahren hält sich hartnäckig das Vorurteil, dass nur Kleinpferde und Ponys die Auslaufhaltung an der frischen Luft vertrügen – was natürlich Unsinn ist: In einer richtig geführten Offenstallanlage finden auch empfindlichere Pferde den nötigen Schutz vor dem Wetter. Natürlich ist es für den Reiter bequemer, ein trockenes, sauberes Pferd in einer Box vorzufinden, das praktisch nur noch gesattelt werden muss.

 

Und er kann sicher sein, dass sein Boxenpferd auf ihn wartet – es hat nämlich sonst wenig Abwechslung. Das Offenstallpferd hingegen ist psychisch weniger abhängig von seinem zweibeinigen Partner. In Ausläufen gehaltene Pferde sind nass, sandig und bekommen ein dichteres Winterfell. Mancher Reiter will diese kleinen Unbequemlichkeiten nicht in Kauf nehmen, um seinem Pferd mehr Lebensfreude zu bieten.

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Rechtsprechung

Sattelkauf = Haustürgeschäft = Widerrufsrecht?

Normalerweise kaufen wir für unsere Pferde im Fachgeschäft ein. Beim Sattelkauf wird regelmäßig ein Verkäufer gebeten, vor Ort seine Ware anzubieten, um diese am Pferd testen zu können. Handelt es sich dabei um ein verbraucherfreundliches Geschäft samt Informationspflichten seitens des Verkäufers und den Widerrufsrechten seitens des Verbrauchers? Mit der Reform des Verbraucherrechts zum 13.06.2014 verschwand begrifflich das „Haustürgeschäft“ und wurde ersetzt durch das „Widerrufsrecht bei außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen“ (§ 312b BGB). 

 

Der Wortlaut des Absatz 1 scheint erst einmal zu passen:  „Außerhalb von Geschäftsräumen geschlossene Verträge sind Verträge, die bei gleichzeitiger körperlicher Anwesenheit des Verbrauchers und des Unternehmers an einem Ort geschlossen werden, der kein Geschäftsraum des Unternehmers ist..“

 

Stutzig wird der aufmerksame Leser erst bei Abs. 2:  „Geschäftsräume ….sind…..bewegliche Gewerberäume, in denen der Unternehmer seine Tätigkeit für gewöhnlich ausübt. …“

 

Im Hinblick auf den Schutzzweck der Vorschrift ist für die Abgrenzung maßgeblich, ob der Verbraucher mit dem Auftreten des Unternehmers rechnen musste oder ob eine Überrumpelungssituation vorliegt. Dabei muss auf die objektive Situation abgestellt werden.

 

Es kommt also wie immer darauf an. Der Vertragsschluss des vom Verbraucher herbeigerufenen Sattelverkäufers, der seinem Geschäft üblicherweise mittels seines Verkaufswagens nachgeht, ist dabei anders zu bewerten, als der eines über Land fahrenden Verkäufers, der ungefragt und/oder aus dem Kofferraum heraus Sättel feil bietet. 

 

Da die gesetzliche Grundlage noch sehr jung ist, bleibt abzuwarten, wie sich die Rechtsprechung entwickelt. Für alle Seiten ist daher Vorsicht geboten. Auf ein Widerrufsrecht sollte sich der Verbraucher nicht verlassen, sondern ggf. ein Rücktrittrecht (z.B. gegen entsprechende Abnutzungsgebühr) vereinbaren. 

 

 

Nadja Sommer

Rechtsanwältin und Mediatorin


Rechtsanwältin Nadja Sommer ist ein Pferdemensch.

Von klein auf geritten, engagierte sie sich als erste Vorsitzende der Studentenreiter Erlangen und wurde deutsche Meisterin. Seit 14 Jahren ist sie imVorstand des RC Burgoberbach vertreten und dabei u.a. verantwortlich für den Reit- und Einstellerbetrieb. RAin Sommer ist aktiv als Veranstalter, Ausbilder, Reiter, Vereins- und Verbandsangehörige. Sie ist geprüfter Pferdewart, Berittführer und Trainer B und Mitglied bei DAR und FN. Mit Pferderecht startete sie unmittelbar nach ihrer Anwaltszulassung und kann durch die Vielzahl der Mandate mittlerweile auf einen großen, auch internationalen Erfahrungsschatz, bauen. Regelmäßige Veröffentlichungen und Rechtsvorträge stehen neben der eigenen ständigen Fortbildung im Vordergrund. Stets auf der Suche nach neuen Entscheidungen der Rechtsprechung kooperiert sie eng mit „Pferderechtskollegen“ und schult auch in den eigenen Reihen. 3 weitere Mitarbeiter der Kanzlei sind aktive Reiter und Pferdeliebhaber,Aktualität und ständige Ansprechbarkeit sind hierdurch sicher. Neu im „Pferderechtsteam“: Rechtanwältin Stefanie Rupp (im Bild links). Übrigens, am Kanzleisitz wurden im 17. Jahrhundert Pferde ausgebildet. Wie passend Kompetenz im PFERDERECHT, insbesondere

• Pferdekaufrecht (auch mit internationalem Bezug)

• Tierarztrecht, Tierarzthaftpflichtrecht

• Reitanlagenhaftung, Tierhalterhaftpflicht

• Gestaltung von Verträgen, insbes. Pferdeverkauf, Einstellerverträge, Pferdeleasing, etc.

• Auktionsrecht, Vermittlerprovisionen

• Sport- und Vereinsrecht

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Ausbildung Pferd & Reiter

Das „Eigentlich-Aber“ Syndrom

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Als mobiler Reit- und Pferdetrainer begegnet man in der Pferdewelt immer wieder einem vermeintlich unscheinbaren Begriff: gemeint ist das Wörtchen „eigentlich“! Und schon beginnt das Dilemma mit der eignen Wahrnehmung des Menschen. Denn „eigentlich“ bezieht das einschränkende „Aber“ mit ein: Eigentlich war das Essen gut, aber eine bisschen mehr Salz hätte nicht geschadet. Eigentlich ist mein Pferd brav, aber... Nun, hundertprozentige Zufriedenheit klingt anders. Eines ist klar, wir lügen uns in die eigene Tasche, wenn wir dieses Wörtchen im Zusammenhang mit guten Pferd- Mensch-Beziehungen benutzen. Wollen wir kooperative Pferde an unserer Seite, müssen wir das Eigentlich aus unseremWortschatz streichen und an unserer Wahrnehmung und Konsequenz arbeiten.

 

Und das ist gar nicht so schwer, wenn man nicht erst auf dem Reitplatz damit beginnt. Viele Unstimmigkeiten zwischen Mensch und Pferd nehmen ihren Ursprung auf dem Weg von der Box zum Reitplatz. Das Dilemma dabei ist, dass der Mensch seine Wahrnehmung dem Pferd gegenüber nicht genug sensibilisiert und die vielen kleinen Zeichen schlichtweg übersieht, die der Vierbeiner ihm sendet. Das kann fatale Folgen haben, wenn sich die Missverständnisse aufsummieren. Pferde testen uns, wenn sie mit uns zusammen sind. Sie tun das nicht, um uns zu ärgern, sondern aus ihrem natürlichen instinktiven Verhalten heraus. Sie wollen wissen, welche „Qualität“ ihr Mensch hat und ob man bei ihm „sicher“ ist. Die Antwort auf diese Frage entscheidet dann, ob das Pferd aus eigenem (Überlebens) Willen heraus handelt oder dem Menschen vertraut. Im Gegensatz zu uns Menschen sind Pferde echte Profis in Sachen Körpersprache, ist es doch ihr bevorzugtes Kommunikationsmittel. Drum ist es für uns so wichtig, die Signale des Pferdes zu verstehen und richtig zu deuten. Reibt beispielsweise ein Pferd seinen Kopf an uns, bedeutet das nicht, dass es uns liebkost. Vielmehr testet es, ob wir uns bewegen lassen. Wenn wir darauf nicht achten und das zulassen, wird daraus ein Stupsen oder Rempeln, bis wir weichen.

 

Das Pferd weiß nun, es kann uns bewegen. Im Herdenverband hat das eine große Bedeutung: Derjenige, der den anderen bewegt (sendet), hat das letzte Wort und ist definitiv ranghöher. Da der Mensch und sein Pferd auch schon eine, wenn auch kleine Herde darstellen, können wir dieses natürliche Verhalten zum Wohle einer guten Pferd-Mensch-Beziehung für uns nutzen. Auch dürfen wir nicht den Fehler begehen, Pferdetraining am Reitplatz oder in der Halle vom Rest der gemeinsam verbrachten Zeit getrennt zu sehen. InWahrheit bedeutet jede Minute, die wir mit unserem Pferd zusammen sind, ein gewisses Maß an Training. Denn vom ersten Moment des Zusammentreffens mit dem Vierbeiner stehen wir Menschen auf dem „Prüfstand“ – mal mehr, mal weniger. Drum wird meiner Meinung nach, das Fundament für eine vertrauensvolle Pferd- Mensch-Beziehung bereits in der Box, auf der Koppel, in der Stallgasse oder am Putzplatz gelegt – dort, wo die Bodenarbeit ihren Ursprung findet.

 

Ruhig stehen bleiben:

Eine der ersten Eigenschaften, die ein Pferd lernen sollte, ist, ruhig neben seinem Menschen stehen zu bleiben. Pferde können das. Sie stehen auch in der Herde oft nebeneinander und dösen vor sich hin. Es gibt also keinen Grund, warum in der wenigen Zeit, die wir täglich mit dem Pferd verbringen, es nicht ein paar Minuten ruhig neben uns stehen kann. Die Realität zeigt leider oft ein anderes Bild. In den meisten Fällen liegt das an uns selbst und wie wir auf unsere Pferde zugehen. Begegnen wir ihnen schon in der Box (oder auf der Weide) ruhig und ausgeglichen, wird uns auch das Pferd gelassen entgegentreten. Sind wir hektisch und gereizt, wird sich das Pferd nicht mit uns verbünden. Es wird sich nicht bei uns wohlfühlen und garantiert nicht neben uns stehen bleiben. Vorausgesetzt, man packt die Sache richtig an, ist aber genau das Stehenbleiben und sich Wohlfühlen beim Menschen ein großer Meilenstein in der Entwicklung einer positiven Pferd-Mensch-Beziehung. Pferde brauchen Führung, die ihnen nur ein ranghöheres Wesen geben kann. Doch „Anführer“ kann nur der sein, der auch das Vertrauen des Geführten geniest. Das Problem dabei: Pferde schenken uns ihr Vertrauen nicht, wir müssen es uns verdienen. Ein guter Weg dahin ist deshalb ein ruhiger und gelassener aber fairer und konsequenter Umgang in allen Situationen.

 

Führen und Folgen: Haben wird dem Pferd beigebracht, dass es in unserer

Gegenwart ruhig stehen und entspannen kann, folgt der nächste Schritt der „Grundausbildung“: das korrekte Führen und Folgen. Schließlich wollen wir nun unbeschadet von der Box zum Putzplatz und anschließend zum Reitplatz kommen, ohne von unserem Pferd durch die Stallgasse geschleift zu werden. Das heißt, der Mensch führt, das Pferd folgt – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Bei dieser Art des Führens kommt es mir besonders auf die Synchronisation der beiden Individuen an. Da das Pferd eine extrem kurze Reaktionszeit hat (0,3 Sekunden), lässt sich bei dieser Lektion sehr gut beobachten, wie gut das Pferd sich uns als Anführer anschließt. Ein Beispiel: Geht das Pferd prompt mit, wenn wir gehen und stoppt es sofort, wenn wir stoppen, ist die Zweierbeziehung schon gut ausgeprägt. Denn das bedeutet, dass das Pferd sich mit uns „gleichschaltet“ und darauf achtet, was wir tun.

 

Diese Synchronisation sollten wir so oft es geht üben, ist sie doch ein erster Schritt, den Fluchtgedanken des Pferdes entgegen zu wirken. Im besten Fall passt sich das Pferd uns auch in „brenzligen“ Situationen an und flüchtet nicht, weil wir gelassen bleiben. Der Umkehrschluss: Gehen wir los und das Pferd zögert oder bleiben wir stehen und es läuft an uns vorbei, kann man getrost davon ausgehen, dass unser vierbeiniger Begleiter seinen Führungsanspruch noch nicht an uns abgegeben hat. Es bleibt also nichts anderes übrig, als uns diesen zu erarbeiten.

 

Trainer des Vertrauens: Um die zuvor beschrieben Eigenschaften seinem Pferd und sich zu eigen zu machen, ist „Geduld“ und „Konsequenz“ gefordert. Die Übungen selbst sind relativ einfach und leicht ans Pferd zu bringen. Allerdings schadet es nicht, sich anfänglich Unterstützung von einem Trainer seines Vertrauens zu holen. Es lohnt sich allemal, mit offenen Ohren durch die Pferdewelt zu laufen. Es spricht sich rum, welcher Trainer „gut“ ist und von welchem man besser die Finger lässt. Auch stöbern bei Facebook und Co. hilft bei der Auswahl. Denn gerade am Anfang ist es wichtig, sich das korrekte Trainingsprinzip zeigen zu lassen, um es unter Anleitung dann selbst umzusetzen. Das stärkt deutliche das Vertrauen des Pferdes in unsere Führungsqualitäten. Das Pferd lernt, sich an uns zu orientieren – und das nicht nur in gewohnten Situationen sondern auch in Krisenfällen. Bleiben wir durch unser konstantes Verhalten für das Pferd ein verlässlicher Partner, wird es auch dann bei uns bleiben, wenn es - auf sich alleine gestellt - flüchten würde.

 

Autor: Rolf Schönswetter, www.lucky-horses.de

Fotos: Gerhard Bauer-Schmitz (www.bauer-schmitz.photos)

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